03.01.2021

Mein täglicher Frühschwumm, für Körper und Geist ein guter Start in den Tag. Besonders am 01.01. um 6 Uhr habe ich in Gedanken mit Familie und Freunden in der Schweiz auf das neue Jahr angestossen. Wir wünschen Allen auf diesem Weg einen guten Start in ein hoffentlich friedvolles, möglichst gesundes und glückliches 2021. Es kann ja in vielen Belangen nur besser werden.

Vergangene Woche machten wir auch in diesem Jahr einen Ausflug in das ebenso südlich gelegene Kampot, mit dem Zug rund 2 1/2 Stunden Fahrzeit von Sihanoukville entfernt. Zur Zeit sind die Wetterbedingungen für Reisen gar nicht so schlecht, immer mal etwas bewölkt, aber natürlich nicht minder warm. Die Tagestemperatur liegt zur Zeit in der Regel bei 30 Grad. Mit einer Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 80% dann aber schweisstreibend genug, um zwischendurch mal eine kurze Siesta einzulegen. Meine in Kampot favorisierte kleine Lodge bietet hierfür die besten Voraussetzungen.

Nach dem Bezug der Zimmer führte uns eine TukTuk-Fahrt für einmal nicht zu den Pfefferfarmen, sondern Richtung Phnom Chngouk, auf welchem sich der Einstieg zu den heiligen Tempelhöhlen befindet. Bevor man jedoch in diese Tiefen runtersteigen kann, legt man den Weg in typischer Khmer Tempel-Manier zuerst um einiges aufwärts zurück. Anhand der Geräusche sind auch hier Fledermäuse wohnhaft, etwas unheimlich in der Tiefe der Höhle diese Laute zu vernehmen. Beim nächsten Mal rüste ich mich bestimmt mit einer gescheiten Taschenlampe aus.

Ein wenig entspannter ging es dann durch die nähere Umgebung Kampots, entlang von vielen Früchte- und Gemüseplantagen und mit einem Abstecher beim Secret Lake, in welcher Nähe sich weitere Pfefferplantagen befinden.

Einen Besuch in Kampot nutzen wir in der Regel gerne für einen Abstecher bei der Schweizerin Monika, welche hier seit ihrem Wegzug von Sihanoukville vor ein paar Jahren lebt. Nachwievor engagiert sie sich im Rahmen ihres Projektes „UCP Unicat Rescue Project Kampot“ für das Wohl von Katzen- und Hunden. Monika hat das in Kampot eröffnete Katzenkaffee vorderhand geschlossen und wohnt nun etwas weiter ab an sehr idyllischer Lage in einem kleinen Haus inmitten Einheimischer. Dank der grosszügigen Gartenanlage kann sie einen Teil des täglichen Früchtebedarfs nun selber decken und bietet so auch für die bei ihr wohnenden Hunde- und Katzen ein ideales Zuhause.

Mit einem ausgedehnten Spaziergang genossen wir am Folgetag nochmals die ruhige Atmosphäre des Städtchen Kampots bevor wir uns danach wieder auf den Heimweg nach Sihanoukville machten. Ich muss meinen kambodschanischen Mitbewohner noch etwas an die Eisenbahn gewöhnen. Macht Sinn das Angebot zu nützen, denn nur so wird ein Weiterausbau überhaupt möglich sein. In jedem Fall mussten auch Somnang und Zaly erkennen, dass die Strecke mit der Bahn in der gleichen Zeit wie mit einem Taxi zurückzulegen ist. Etwas mehr Sicherheit kann zudem auch nicht schaden.

Wie so oft wenn ich mal länger hier bin, nutze ich meine Zeit auch um meine lokalen Freundschaften zu pflegen. Eine davon ist Sarom, mittlerweile verheiratet und Vater von 2 Kinder.

Sarom kenne ich aus der Zeit, als ich vor dem Bezug unseres Hauses noch in einem Bungalow direkt am Strand logierte. Er verdiente damals sein Geld mit dem Betrieb eines Internetcafes, von wo aus man sich für wenig Geld an einem PC mit seinen Lieben zuhause in der Schweiz Verbindung aufnehmen konnte. Damals vorwiegend per E-Mail oder Überseetelefonat und dann etwas später per Skype. Ich erinnere mich gut daran, wie ich von dort, und eben mit Unterstützung durch Sarom, von meinen Reisen mit meist langen E-Mails berichtete. Vorallem in den Abendstunden war das Cafe dann jeweils gut belegt, und man musste dann schon mal darauf warten, bis einer der 10 Computer versehen mit Kopfhörer und Mikrofon frei wurde. Nervosität kam erst dann auf, wenn die Liebsten zuhause am PC zu einer vereinbarten Zeit auf ein Lebenszeichen warteten und eben noch kein freier Platz verfügbar war.

Welcher Luxus die heutige Zeit mit allen technischen Möglichkeiten doch bietet. Das ganze führte natürlich dazu, dass auch Sarom sein Internetcafe schon vor Jahren schloss und heute etwas ausserhalb der Stadt einen kleinen IT-Shop betreibt. Vom Drucker, Laptop, PC, Tablet, Druckerpatronen und sonstigem Zubehör, es gibt fast nichts was man bei ihm nicht haben kann. Ich staune auch, wie umfassend und vorallem stets aktuell sein Wissen ist, wenn man bedenkt, dass er zuvor nie eine IT-Ausbildung absolviert hat. Mit „Learning by doing“ und ein wenig Geschick kann man es doch zu einigem bringen. Und so statte ich ihm gelegentlich mal einen Besuch ab, sei es um etwas technischen Support zu erhalten, einen Papierausdruck erstellen zu lassen oder einfach einen Schwatz abzuhalten. Ein stets spannender Austausch zwischen Welten, welche nicht unterschiedlicher sein könnten.