23.02.2020

Als ich vor Jahren das erste Mal in Battambang unterwegs war, stach mir auf einer meiner Fahrten eine etwas spezielle Hängebrücke über einen Nebenfluss des Tonle Sap-Sees ins Auge. Man erklärte mir, dass diese mal von Schweizer Hand erbaut wurde, näheres zu diesen Umständen konnte man mir aber nicht berichten. Auf meinen Rundreisen mache ich seit Beginn weg mit unseren Gästen dort Halt.

Dank Rafi, welcher mit mir im letzten November die Reise unternahm, bin ich nun in der Lage, etwas mehr über diese Brücke zu erzählen. Rafi vermutete nämlich aufgrund der Bauweise und den verwendeten Materialien zu wissen, aus wessen Schweizer Hand diese Brücke stammt. Etwas Recherche im Internet bestätigte dann seine Vermutung und seither weiss ich nun also, dass diese Hängebrücke eines der Werke des Schweizers Toni Rüttimann ist.

Toni Rüttimann wurde 1967 im bündnerischen Pontresina geboren. Schon in jungen Jahren ging dieser gerne auf Reisen und fühlte sich zu Menschen hingezogen, welche im Leben nicht immer auf der Sonnenseite stehen.

Kurz vor seiner Matura gab es in Ecuador ein heftiges Erdbeben und Toni Rüttimann verfolgte die Bilder der Zerstörung im Fernseher. Er wollte dorthin um zu Helfen und etwas Sinnvolles tun. Er traf darauf hin im geheimen Vorbereitungen, sammelte Geld und schrieb hierzu einen Artikel in der Engadiner Post.

Seine Eltern waren alles andere als mit seinem Vorhaben einverstanden. Doch er liess sich nicht von seinem Vorhaben abbringen. Er flog am Tag nach der Maturfeier mit seinen Ersparnissen und dem gesammelten Geld nach Quito, Ecuador. Er kämpfte sich bis ins Erdbebengebiet in den Dschungel vor und stand eines Tages vor dem reissenden Río Aguarico, dem Fluss, der aus den Anden ins Tal hinunterdonnerte. Er sah die vielen Menschen, die dort warteten und nicht mehr über den Fluss kamen. Und er wusste plötzlich, was er mit dem Geld anfangen würde: Brücken bauen.

Foto Schweizer Familie 14/2011

Zusammen mit einem holländischen Ingenieur bastelte er dort innert 4 Monate seine erste Hängebrücke. Er kehrte nach 6 Monaten in die Schweiz zurück und begann sein Ingenieurstudium, welches er bereits nach 7 Wochen wieder abbrach. Im Innersten wusste er, er wollte fortan Armen helfen. Er ging dann mit 20 Jahren wieder zurück nach Ecuador und lernte mit den Einheimischen im Busch zu leben.

Mit den Formeln des holländischen Ingenieurs sowie der Mitarbeit eines Schweissers entwickelte er einen eigenen Typ Hängebrücke. Seither baut der Engadiner Toni Rüttimann Fussgänger-Hängebrücken für abgeschnittene Dörfer mit wiederverwerteten Stahlseilen und Pipeline-Röhren. Die begünstigten Bauern tragen mit ihrer Arbeitskraft, Sand, Stein, Zement, Holz und Transport zu den Projekten bei. Die Materialien für die Brücken stammen aus Spenden von Schweizer Seilbahnfirmen und Stahlfirmen. Schon 55 Schweizer Seilbahnen und Seil-Lieferanten unterstützen den humanitären Brückenbau von Toni Rüttimann.

Gemäss einem Bericht aus dem Jahr 2011 waren es bereits nach 24 Jahren 538 Brücken in 13 Länder, wovon deren 76 in Kambodscha und somit auch eben diese hier in Battambang.

Zwischenzeitlich sind weitere Brücken dazu gekommen. So wurde im März 2018 in Myanmar bereits die 777. Brücke eingeweiht.

Foto Schweizer Familie 14/2011

Genau solche Geschichten über Menschen, welche ohne grosse mediale Präsenz mit ihrem unermüdlichen Einsatz Armut auf dieser Erde mindern, berühren mein Herz ungemein. Ihnen gebührt mein grösster Respekt. Ein schöner Moment, einer dieser Werke auf unserer Reise den Gästen zeigen zu dürfen.

Pfeffer aus Kampot

Mit meiner Rückkehr ende März werden auch dieses Jahr mehrere Kilo Pfeffer die Reise in die Schweiz antreten.

An Alle, die entweder Nachschub benötigen oder diesen erstmals versuchen möchten, gelangt man mit nachstehendem Link direkt zu weiteren Informationen und zur Bestellung. Bereits eingegangene und neue Bestellungen werden in den Monaten April/Mai ausgeliefert.

Zur Bestellung

Den Pfeffer beziehen wir aus einer kleineren uns bekannten Pfefferfarm in der Region. Der Familienbetrieb freut sich über den Zuspruch aus der Schweiz.

Gastbeitrag

Anett & Peter, 02.01. – 21.01.2020

Von Kultur, Herzlichkeit, Unterdrückung und Wandel

(k)ein Reisebericht einer unvergesslichen Zeit

 

Kambodscha ist ein Land wie es widersprüchlicher und schöner nicht sein könnte.

Einmal eingetaucht in das faszinierende, lebendige Treiben offenbart Kambodscha die verschiedensten Facetten seines Landes.

Der Reisende beginnt meist in der Hauptstadt Phnom Penh (Hügel Penh) in welcher es sich lohnt ein paar Tage zu verweilen. Bereits hier sind Moderne und Traditionen untrennbar miteinander verknüpft. Innerhalb weniger Tuk-Tuk Minuten findet man sich im herrschaftlichen Königspalast oder einem der zahlreichen Wat’s wieder und lässt sich gerne von einem buddhistischen Mönch für die weitere Reise segnen.

Dem entgegen steht, ein für die chinesische Elite entstehender grotesker Stadtteil, der nach französischem Vorbild erbaut und überhaupt nicht nach Asien passen will.

Auch wenn die heutigen Generationen der Khmer über die Schreckensherrschaft der Khmer Rouge gerne schweigen, so trifft man doch immer wieder auf die Zeugnisse einer unmenschlich und für uns unvorstellbar grausamen Zeit. Auch dies gehört zu einer Erkundung dieses Landes, welches sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen hat. Kambodscha bzw. die Khmer stehen in diesem Punkt bei weitem nicht alleine da. Unsere Weltgeschichte hat hierzu leider genügend Beispiele. Da fragen wir uns, ob wir Menschen nichts lernen, lernen wollen oder einfach nicht fähig sind unsere Vergangenheit zu verstehen.

Umso erstaunlicher ist es, mit welcher Herzlichkeit der Kambodschaner den Menschen gegenüber begegnet. Wie ein unwissendes Kind, dass seine Vergangenheit nicht kennt bzw. eher zu verdrängen versucht und neugierig alles Neue in sich aufsaugt.

Auch wenn Kambodscha heute noch zu den ärmsten Ländern dieser Erde zählt, so ist der kulturelle Reichtum und die Schönheit des Landes schier unermesslich.

Doch Kambodscha holt volkswirtschaftlich sehr schnell auf, was auch den chinesischen Investoren zu verdanken ist. Ob dieser Trend nun richtig oder falsch ist, davon muss sich jeder selbst ein Bild machen.

Jedenfalls können wir aus den Erfahrungen unzähliger Reisen durch die Kontinente und Länder dieser Erde sagen, dass man in Kambodscha sehr sicher reisen kann. Abgesehen von den chaotischen Zuständen im Strassenverkehr, bei denen Verkehrsregeln eher als Empfehlungen (Cello’s Wortwitz) anzusehen sind.

Brenzlige Verkehrssituationen, besonders mit den völlig überladenen Moped-Transportern, kommentiert der Khmer mit einem fast nicht wahrnehmbaren Zungen-Schnalzen. Was in unseren Breitengraden einem wortgewaltigen Tobsuchtsanfall hinter dem Steuer gleichzusetzten ist. Eben Khmer Style…

Obschon Battambang die «noch» zweitgrösste Stadt Kambodschas ist, wird sie von den grossen Touristenströmen vermehrt gemieden. Die Stadt präsentiert sich eher als halb verschlafenes Provinznest als eine Provinzhauptstadt. Und genau das macht den Charme von Battambang aus. Eine Reise hierher ist aber für jeden Traveller ein Muss. Kommt her und seht es euch selbst an. Es lohnt sich wirklich.

Man bemerkt unweigerlich, dass Cello dieses Land liebt und seinen Gästen neben den Hot-Spots wie Angkor (Siem Reap), die natürlich in keiner Kambodscha Reise fehlen dürfen, auch die interessanten und weniger bekannten Seiten dieses Landes zeigen kann. Seine langjährige Erfahrung macht sich hier wirklich bezahlt. Wir hätten als individual Reisende viel mehr Zeit gebraucht, um alle diese Plätze, das urbane oder ländliche Leben und seine Leute kennen zu lernen. Zudem verfügt Cello über sehr gute und sichere Fahrer, die ihm seit Jahren zur Verfügung stehen. Und manchmal halten sie selbst für ihn noch eine kleine Überraschung bzw. neue Einblicke in das Land bereit.

Wer sich nach einer anstrengenden Reise ein paar Tage die Füsse am Strand vertreten will kommt aber auch hier in Kambodscha nicht zu kurz.

Wir hatten zwar gehofft, neben ein paar Sonnenstunden am Strand, auch Sihanoukville und dessen Umgebung etwas näher erkunden zu können. Die Stadt ist aber (2019/20) in einen derartigen Bauboom verfallen (neue Hotels und Casinos der Chinesen inkl. 84 km neuer Strassen in der Stadt), dass es im Moment fast unmöglich erscheint, überhaupt irgendwohin kommen zu können. So wie es aussieht wird aber dies bald wieder möglich sein. Wenn man sich das Tempo in der aufgebaut wird anschaut, sollte das nicht unrealistisch sein. Hier teilen wir Cello’s Zuversicht.

Auf jeden Fall bescherte uns der Tuk-Tuk-Ride zum Strand, je nach Bauphasen der Strassen, jedes Mal eine andere Route durch die Stadt. Was schlussendlich auch nicht uninteressant war.

Für uns geht die Reise nach diesen überwältigenden Eindrücken noch ein bisschen weiter, um auch in Thailands Norden noch ein paar Erkundungen zu starten.

Wir verlassen Kambodscha aber nicht, bevor wir Cello (KamboCello), Sansan (Fahrer Phnom Penh), Rin (Fahrer Battambang), Neath (Fahrer Siem Reap), Somnang (Gastgeber, Koch und Gärtner), Zaly (Unterhaltungskünstler und erster bzw. jüngster Tschau-Sepp Spieler Kambodschas ) unseren herzlichsten Dank für die schöne Zeit ausgesprochen haben.

Sie haben uns das Land, die Leute und die hervorragende Küche Kambodschas auf eindrückliche Weise nähergebracht.

Wie Cello einmal gesagt hat: Sie kamen als Gäste und gingen als Freunde. Und genauso fühlen wir uns, und sehen das genauso.

In dankbarer und lieber Erinnerung an eine unvergessliche Zeit im Januar 2020

Anett und Peter

 

09.02.2020

Der Abschluss der Rundreise bildet jeweils der Aufenthalt in Siem Reap. Eine gute Gelegenheit, sich auch einmal etwas dem vielfältigen Handwerk des Landes zu widmen. So machten wir auch dieses Mal einen Abstecher zu einer Lotus- und Seidenfarm. Die Einblicke in die Herstellung und Verarbeitung der vielen Produkte vermögen zu beindrucken.

Dass ein Besuch in Siem Reap ja selbsterklärend auch einen Tagesausflug zu den Tempeln von Angkor beinhaltet, muss ich nicht mehr erwähnen. Was aber bei diesem Besuch speziell war, dass wir aufgrund der virusbedingten Einreisesperre für Chinesen die Tempel fast alleine für uns hatten. Der Tourismus in Kambodscha ist gerade zu eingebrochen und die Hotels verzeichnen trotz Hochsaison Buchungungsquoten von gerade mal 25%. Absolut krass, was solche Massnahmen in einer Touristenhochburg wie Siem Reap auslösen können. Die Folgen für die kambodschanischen Angestellten und Geschäftstreibenden wiegen schwer.

Am Schluss der Rundreise bleibt in Siem Reap auch etwas Zeit für Erholung. Nach den intensiven Reisetage geniessen unsere Gäste in der Regel gerne ein paar gemütliche Stunden in der schönen Poollandschaft in unserem Hotel oder lassen sich in einem gepflegten Spa etwas verwöhnen. Und nicht zuletzt trägt auch die herrliche und vielfältige Khmer-Küche das Seine zu einem schönen Kambodscha-Erlebnis bei.

Am letzten Dienstag endete unsere gemeinsame Rundreise, und seither verbringen Astrid und Gerhard noch ein paar erholsame Tage in unserem Zuhause in Sihanoukville, wo sich bei kambodschanischem Alltag die bisherigen Eindrücke bestens verarbeiten lassen.

Bietet sich die Gelegenheit, so haben wir nichts dagegen, unser bescheidenes technisches Wissen zu erweitern. Für uns gerade zur rechten Zeit stand der Service am Stromgenerator an. Oel- und Filterwechsel muss gelernt sein. Gerhard hat es gerichtet und wir haben ihm vorgeschlagen, weitere Ferienaufenthalte bei uns im Servicezyklus zu buchen.

Die Abwesenheit der chinesischen Kundschaft ist auch in Sihanoukville deutlich erkennbar, und so haben unsere Gäste zur Zeit den schönen Strand und die Anlage des Sokha Beach Resorts nur mit wenigen Gästen zu teilen.

Bereits am Dienstag heisst es nun für die Beiden Abschied nehmen. Wir werden die gemeinsamen Tage und Erlebnisse in guter Erinnerung behalten.

02.02.2020

Bisher brachte ich den Begriff „Corona“ eher mit der angenehmen Seite des Lebens in Verbindung. Spätestens mit dem Beginn der jetzigen Rundreise löst bei mir der kürzlich in China ausgebrochene Virus mit dem Namen Corona aber auch etwas unangenehmere Gefühle aus und weckt Erinnerungen an die seinerzeitigen Ausbrüche von SARS und Vogelgrippe. Bislang sind wir hier in Kambodscha jedoch von Ungemach verschont. Dies ist in erster Linie den Vorsichtsmassnahmen der Regierung zu verdanken. Seit Ausbruch der Krankheit sind nämlich sämtliche Direktflüge von und nach China eingestellt. Bei einem Land wie Kambodscha, mit jährlich rund 2 Millionen chinesischen Touristen, sicher eine gute Entscheidung.

Aufgrund einer Empfehlung der Regierungen in China und den umliegenden Länder tragen Reisende aus Asien und solche, welche mit diesen zu tun haben, nun vermehrt Schutzmasken. Das Bild ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Zumindest hatte ich aber bei der Ankunft der jetzigen Gäste Astrid und Gerhard keine Schwierigkeiten, diese bei der Abholung am Flughafen von den anderen Reisenden zu unterscheiden.

Um es vorweg zu nehmen, es geht uns prächtig und wir haben unsere gemeinsame Reise diese Woche gut gestartet.

Auch wenn sich die besuchten Destinationen auf unserer Rundreise für mich als Reiseleiter wiederholen, so könnte das Erlebte kaum unterschiedlicher sein. Schon manchmal hatte ich das Gefühl, dass ich irgendwie alles schon mindestens einmal gesehen oder erlebt habe. Mit jedem Mal werde ich eines Besseren belehrt.

Wie oft habe ich das tägliche Arbeiten der Mönche in einem Wat schon verfolgt und mich dabei vielfach gefragt, wie die verschiedenen Alltagsverrichtungen wohl mit der nur gewickelten Mönchsbekleidung hinzukriegen sind. Etwas erstaunt durften wir bei einem Wat-Besuch in Phnom Penh diese Woche Mönche bei Baumschneidearbeiten in luftiger Höhe beobachten.

Viele weitere beindruckende Momente prägten diese Reisewoche. Gerne veröffentliche ich an dieser Stelle wie immer ein paar Eindrücke davon:

26.01.2020

KamboCello war und ist bis heute als Gemeinschaftsprojekt zwischen Einheimischen und mir gedacht. Nur so ist es aus meiner Sicht auch möglich, interessierten Gästen aus der Schweiz ein möglichst authentisches und ehrliches Kambodscha zeigen zu können. Seit Beginn weg besteht auch mein Fahrerteam praktisch aus den gleichen Personen. Allesamt leisten sie seit mehreren Jahren einen tollen Einsatz und aus einem einfachen Auftragsverhältnis sind schon längst Freundschaften entstanden. Mit Respekt, Verlass und einer guten Entlöhnung versuche ich das meine dazu beizutragen. Eigentlich höchste Zeit meine Mitstreiter einmal etwas näher vorzustellen und ihnen einen eigenen Wochenbeitrag zu widmen:

Sansan, Phnom Penh

Mit Geburtsjahr 1967 ist Sansan unser ältester Fahrer und lenkt seit mehr als 25 Jahren sein TukTuk durch die Strassen Phnom Penhs. Geboren ist Sansan in Kompong Thom auf dem Land in einer 7köpfigen Bauernfamilie. Sein Vater ist bereits vor der Machtübernahme der Roten Khmer vor 46 Jahren verstorben. Seine Mutter zog die 5 Kinder dann weitgehend alleine auf. Während der Herrschaft der Roten Khmer hatte seine Mutter wie tausende andere Kambodschaner auf den Feldern zu schuften, überlebte aber die grausame Zeit. Auch sie verstarb vor etwas mehr als 20 Jahren.

Sansan zog nach seiner Heirat auf der Suche nach einer Erwerbsmöglichkeit nach Phnom Penh, wo er heute mit seiner Ehefrau und den beiden 17 und 19jährigen Kindern in einer kleinen 1-Zimmerwohnung ohne separate Küche lebt. Seine Ehefrau verdient sich noch ein wenig Geld als Reinigungsangestellte in einem nahegelegenen Hotel. Wie alle Kambodschaner möchten auch sie, dass ihre Nachkommen einmal ein ordentliches Einkommen erzielen können und versuchen daher mit viel Verzicht und fleissigem Einsatz das nötige Geld för die höheren Schulbildungen der beiden Kinder aufzubringen. Dies natürlich nicht zuletzt, damit die Kinder später einmal in der Lage sind, die Eltern im Alter finanziell zu versorgen (es gibt in Kambodscha keine Sozialversicherungen, die einem im Alter finanzieren).

Die Anzahl der in Phnom Penh tätigen TukTuk-Fahrer ist immens und übersteigt bei weitem den Bedarf. Entsprechend ist die Konkurrenz gross und gerade ältere Fahrer haben nicht selten das Nachsehen. Ich vertraue jedoch sehr gerne auf die Kenntnisse und die umsichtige Fahrweise von Sansan und hoffe fest, dass ich noch weitere Jahre auf seine Dienste zählen darf.

Rin, Battambang

Mit seinen 30 Jahren ist Rin, wohnhaft in Battambang, unser jüngster Fahrer im Team. Zusammen mit seinen 4 Geschwister lebt er in einer Farmerfamilie 5 Kilometer ausserhalb von Battambang in einem traditionellen Khmer-Haus. Vor und nach seiner eigentlichen Tätigkeit als TukTuk-Fahrer gehört das Versorgen der von der Familie gehaltenen Tiere zu seinen Aufgaben. Auch sein Vater und einer der Brüder betätigen sich als TukTuk-Fahrer. Ein weiterer Teil des Familieneinkommens stammt aus der Fischerei.

Rin möchte möglichst bald heiraten. Dies wird aber erst möglich sein, wenn die Familie das nötige Geld für die Entschädigung an das Elternhaus der künftigen Ehefrau zusammen hat. In ländlichen Gegenden beträgt das hier genannte „Milchgeld“ rund 3’000.– und ist für eine Bauernfamilie kein einfach aufzubringendes Vermögen. Auf Khmer heisst dies so schön: No Money, no Honey!

Rin kennt die Gegend rund um Battambang in- und auswändig und fährt mit uns gerne auch mal etwas abseits der üblichen Touristenpfade. Gerne teilt er sein vielseitiges Wissen über Flora ind Fauna mit seinen Gästen und deshalb gerade in der ländlichen Gegend von Battambang für mich eine unverzichtbare Grösse und toller Partner.

Pich, Siem Reap

Am Vorabend der Ankunft in Siem Reap erfuhr ich auf meiner letzten Tour von meinem Fahrer Pich, dass er leider ab sofort nicht mehr in der Lage sein wird, für mich und meine Gäste zu fahren. Er konnte etwas unverhofft eine Festanstellung als Fahrer antreten und hat somit keinen Freiraum mehr für KamboCello. Pich war seit Beginn weg mein Fahrer in Siem Reap und hat mich und meine Gäste in all den Jahren umsichtig und mit viel Einsatzwillen begleitet. Ich werde ihn als Fahrer vermissen, als Freund wird er bleiben.

Es wäre nicht Pich, wenn er mir nicht selber einen neuen Fahrer vermittelt hätte. Die Stabsübergabe fand so quasi gleich bei der Busstation in Siem Reap statt.

Neath, Siem Reap

Neath ist Familienvater von 2 schulpflichtigen Kinder und hat seinen fixen TukTuk-Stammplatz bei einem grösserem Hotel in Siem Reap. Während unserer Anwesenheit kann er seine Tätigkeit für das Hotel ohne weiteres aussetzen und sich voll und ganz um unsere Bedürfnisse kümmern. Neath ist schon 15 Jahre mit dem TukTuk in Siem Reap und Umgebung unterwegs und kennt sich ebenso bestens aus.

Seine Feuertaufe als Fahrer bei KamboCello hat er anlässlich unserer letzten Rundreise mit Bravour bestanden. Seine aktiven Inputs und seine „gmögige“ Art verliehen der Tour eine besondere Note und wir sind froh, ihn künftig bei uns im Team zu haben.

Saoa, Sihanoukville

Und zu guter letzt gibt es da auch noch einer, der mich hier in Sihanoukville schon mehr als 10 Jahre begleitet, nämlich Saoa. Zu Beginn meiner Zeit war auch er wie Somnang in einem Strandrestaurant tätig, dies jedoch am etwas weiter entfernten Otres-Strand. Nach seiner eigentlichen Arbeitszeit verdiente er sich mit seinem TukTuk noch ein paar Dollar extra und fuhr Gäste vom Strand in die Stadt und retour. So durfte auch ich des öfteren auf seine Fahrdienste zählen und etwas später dann auch unsere Gäste.

Nachdem zwischenzeitlich die Restaurantbetriebe am Otres-Strand eingestellt wurden, ist Saoa ausschliesslich als Fahrer tätig. Seine Ehefrau und seine Tochter zogen erst kürzlich zurück in die Provinz, da das Einkommen für einen Unterhalt der ganzen Familie hier in Sihanoukville nicht mehr ausreichte. Dadurch, dass unsere Gäste nun auch nicht mehr den Otres-Strand besuchen, sondern vielmehr das Sokha-Beach Resort, sind die Fahrten auch für KamboCello weniger geworden. Aber nachwievor steht Saoa natürlich gerne für uns bereit, wenn Fahrten jeglicher Art anfallen. Des öfteren treffe ich mich mit ihm, wenn ich in Sihanoukville weile. Eine langjährige Freundschaft, die verbindet.

Nachdem wir uns am letzten Montag von unseren letzten Gästen verabschiedet haben, habe ich mich bereits am gestrigen Tag wieder auf die Reise nach Phnom Penh gemacht. Am heutigen Sonntag steht die Ankunft der nächsten Reisenden an und ich werde gerne nächste Woche darüber berichten.

19.01.2020

Die letzten Rundreisetage hielten so einige Überraschungen für mich bereit. Einerseits war ich bei Ankunft in Siem Reap gezwungen, nebenbei einen neuen Fahrer einzuarbeiten, und andererseits hatten sich trotz meiner nur kurzen Abwesenheit seither ein paar Veränderungen eingestellt.

Nebst Angkor gehört in Siem Reap auch der Besuch der schwimmenden Dörfer am See Tonle Sap zum Programm. Durch einen etwas zu tiefen Wasserstand entschied ich mich, anstelle dem bisherig besuchten Dorf erstmals einen Abstecher in einer etwas weiter entfernten Siedlung zu machen. So waren also für einmal nicht nur unsere Gäste sondern auch mein Fahrer und ich selber gespannt auf das, was uns erwartete. Soviel lässt sich sagen, die etwas weitere Anfahrt hat sich gelohnt, und meinen Mitreisenden scheint es auch gefallen zu haben:

Und dann waren es in Siem Reap ja auch noch die anderen besuchenswerten Stationen, welche auch auf dieser Tour wieder sehr viel Freude bereiteten. Nachstehend gerne ein paar Impressionen davon.

Die Rundreise mit Anett und Peter fand mit dem Flug nach Sihanoukville am letzten Montag ihr Ende. Wir haben die gemeinsamen Reisetage sehr genossen, und über die teilweise überraschenden Momente, wie es bisher nur selten in dieser Häufigkeit gab, gelacht und diskutiert.

Ich bin zur Zeit sehr bemüht, meine Gäste während der Rundreise auf die momentan in Sihanoukville herrschende Situation vorzubereiten. Ich pflege dann jeweils zu sagen: Bereitet euch auf das Schlimmste vor, es wird dann bestimmt noch schlimmer! Und so war es auch dieses Mal, Anett und Peter waren mehr als froh, als wir das Tor zu unserem Zuhause hinter uns schliessen durften. Die folgenden Tage bestätigten es, eine Fahrt zum Strand oder nur schon zum Supermarkt war ein Erlebnis der besonderen Art. Zumindest dürfen meine diesjährigen Gäste von sich behaupten, die Stadt wohl im ärgsten Zustand überhaupt besucht zu haben. Es ist aktuell nicht schön aber die Realität, und zeigt ein wahrer Teil des heutigen Kambodschas.

Fernab vom Baustellenverkehr konnten unsere Gäste in unserem Zuhause und am Strand des Sokha-Beach Resorts aber ganz gut entspannen.

Zaly‘s erste Erfahrungen mit Tschau Sepp

Für Anett und Peter endet Morgen ihr Kambodscha-Abenteur und Aufenthalt in unserem Hause. Sie werden uns für einen weiteren Aufenthalt in Thailand verlassen, und dies hoffentlich mit vielen Eindrücken und Erinnerungen aus Kambodscha im Gepäck.

12.01.2020

Vergangenes Wochenende durfte ich unsere nächsten Besucher aus der Schweiz am Flughafen in Phnom Penh begrüssen. Anett und Peter haben schon etliche Länder dieser Erde auf unterschiedlichste Art bereist und hatten in der Vergangenheit auch schon einige Asienerfahrungen gesammelt. Ich freue mich nun, ihnen auf unserer Rundreise das Königreich der Wunder auf meine ganz persönliche Art näher zu bringen.

In der Regel ist es ja so, dass ich meine Berichte in meiner gemütlichen Gartenlounge in Sihanoukville verfasse. Bin ich dann auf Rundreise, verlege ich mein „Büro“ gerne mal in ein nettes Strassenbistro mit etwas Ausblick. W-Lan und ein guter Icecoffee sind bei der Ortswahl matchentscheidend. Mit den Jahren habe ich hier so meine Favoriten, und meistens wurde seit meinem letzten Aufenthalt auch das Standardpasswort „12345678“ nicht geändert.

Die ersten Tage in Phnom Penh sind wie fast immer den Marktbesuchen und etwas geschichtlichem Hintergrund Kambodschas gewidmet. Immer wieder freue ich mich darüber, wenn Reisende bereit sind, sich auch die kulinarischen Besonderheiten des Landes zeigen zu lassen. Schmeckt dann das Essen, vergisst man das Fehlen einer Kühlkette für Frischprodukte auf dem lokalen Markt auch wieder ziemlich schnell.

Die Fahrt von Phnom Penh nach Battambang zählt zweifelsohne zu den unentspannteren Momenten unserer Rundreise. Die 293 Km lange Strecke wird fast auf voller Lönge ausgebaut und dort wo dies noch nicht der Fall ist, ist sie mit Schlaglöchern und Unebenheiten übersät. Es kommt dazu, dass die Fahrweise der Einheimischen für unser Sicherheitsempfinden doch etwas gar gewöhnungsbedürftig ist. Zur Zeit benötigt man für diese Route im 15Plätzer Minivan etwas mehr als 6 Stunden. Mit der jetzigen Tour war es mir wieder mal gegönnt, die Fahrt auf dem Beifahrersitz zurück zu legen. Durchaus schöne, spezielle und imposante Aussichten, die sich da so bieten.

In gewissen Momenten wäre es mir aber lieber gewesen, ich hätte nicht so klare Sicht gehabt.

Nur gut, dass wir uns im Wat in Phnom Penh vor der Weiterreise jeweils einen göttlichen Schutz verleihen lassen!

Einmal in Battambang angekommen, dürfen sich unsere Gäste an einem besonders reichhaltigeren Programm erfreuen. Wenn man sich dann Morgens um 6 Uhr bereits eine Nudelsuppe gönnt und dabei schon das erste Mal schwitzt, steht die Tagestour per TukTuk kurz vor ihrem Start.

Viele Kurzstopps leben vom Momentun und können sich mit jeder Reise ganz anders ergeben. Zweifelsohne ein guter Moment ist uns beschieden, wenn beim Besuch der Reismühle gerade eine Reisanlieferung erfolgt und wir beim Entladen der 50 Kilo-Säcke und dem Start des Mühlprozesses dabei sein dürfen.

Ein weiterer Halt bei der Fischpastenfabrik kann dann eine feine Nase schon etwas gar strapazieren. Auch hier gilt vorwiegend Augen auf, denn wenn bekommt man schon zu sehen, dass eine frische Fischlieferung auf dem Rücksitz eines Pw’s erfolgt. Der Gedanke, dass eine Zutat wie Fischpaste in vielen asiatischen Gerichten enthalten ist, lässt einem ob den Produktionsumständen schon kurz etwas nachdenklich werden.

Schon gut, dass man über solche Erlebnisse am Abend bei einem guten Glas Wein diskutieren und lachen kann.

05.01.2020

Den Jahreswechsel verbrachten wir schon fast „traditionell“ ohne grosses Drum und Dran bei uns zuhause. Ich schätze es als grosses Glück, dass ich für ein gutes Essen nicht auswärts gehen muss. Somnang zog zum Jahresende nochmals alle Register und gönnte uns ein üppiges Nachtessen mit verschiedenen Köstlichkeiten aus dem hiesigen Wasser.

Mein ganz persönlicher Jahresstart fand dann wie gewohnt mit dem Sonnenaufgang und dem Morgenschwumm statt. Insbesondere am Neujahrstag ein besonderer Moment. Mit einer Zeitverschiebung von 6 Stunden prostete ich zu diesem Zeitpunkt in Gedanken den Feiernden in der Schweiz zu. Es guets Neuis!

Wie bereits im November berichtet, hat die Regierung den Auftrag erlassen, innert den nächsten Monaten sämtliche Strassen in Sihanoukville in einem Aufwisch zu sanieren. Das Bild, war zu Beginn der Arbeiten ja heftig, ein Durchkommen geschweige denn ein ordentlicher Verkehrsfluss war ja kaum mehr möglich. Die unzähligen Bagger machten vor fast gar nichts Halt. Nun nach meiner Rückkehr sind die wichtigsten Strassenzüge soweit vorbereitet und man kann gut erkennen, welche Grössen von Avenues hier in naher Zukunft entstehen sollten.

Es stimmt mich zuversichtlich, dass im Rahmen dieser Sanierungen auch in Sachen Abwasserbeseitigung Abhilfe geschaffen werden soll.

Einige Wohnungs- und Ladenbesitzer wären vermutlich mehr als froh, wenn die Bauzeit schnell abgeschlossen wäre.

Wie bei vielem gibt es auch hier nicht nur Verlierer. Zumindest die Rollerwaschstation in unserer Nachbarschaft kann sich zur Zeit nicht über Arbeit beklagen. Eine gründliche Rollerwäsche kostet $ 1.75 und ich zähle mich gerne auch zur Kundschaft.

Apropos bauliche Massnahmen, auch Somnang war in meiner kurzen Abwesenheit tätig. So hatte er einerseits die Schienenführung und die Rollen unserer Toranlage ersetzt und im seitlichen Teil des Hauses ein Einbruchschutz gegen unerwünschte Besucher erstellen lassen. Ich fühlte mich zwar bis anhin noch nie unsicher, doch immer wieder kam in der Vergangenheit was weg. Zu leicht gelangt man offenbar unbeobachtet über die Mauer.

Vielleicht sollten wir die Bewachung unseres Hauses doch lieber einem scharfen Hund oder einem richtigen Krokodil überlassen. Unsere Hausschildkröte dreht zwar auch täglich seine Runden, aber eventuell fehlt ihr halt doch etwas der Biss.

Die ersten Tage in Sihanoukville gingen sehr schnell vorbei. Bereits zum Ende der Woche habe ich mich wieder auf den Weg zurück nach Phnom Penh gemacht. Unsere nächsten Gäste warten auf den Beginn ihrer gebuchten Rundreise.

29.12.2019

Nach den in der Schweiz verlebten Weihnachtstagen bin ich nun seit heute wieder zurück in Sihanoukville. Für einmal wählte ich die Flugverbindung mit der Thai Airways und hatte so von Phnom Penh gleich einen Anschlussflug nach Sihanoukville. Eine deutliche Verkürzung der sonst etwas langwierigen Reise.

Während den kommenden 3 Tage werde ich mich nun wieder an die Wärme gewöhnen und mich auf meine nächste Rundreise vorbereiten. Bereits am 03. Januar darf ich unsere ersten Gäste dieses Jahres in Phnom Penh in Empfang nehmen.

Mit einem aktuellen Blumengruss aus unserem Garten wünschen wir Allen einen guten und erfolgreichen Start ins 2020!