21.03.2021

Wenn Somnang auf unserem Vorplatz sitzend mit einer Ladung Salz und Pfeffer anzutreffen ist, dann ist dies ein untrügliches Zeichen dafür, dass meine Rückreise in die Schweiz unmittelbar bevorsteht. Nebst dem ungemahlenen Pfeffer werde ich wie immer auch Bestellungen unserer eigenen Salz-Pfeffer-Mischung mit in die Schweiz nehmen. Wer jemals einen Sack mit dieser Salz-Pfeffer-Mischung umschütten musste, kann gut nachvollziehen, warum Somnang diese Misch- und Abpackarbeit im Freien durchführt und nicht im Innern des Hauses.

In Bezug auf Covid-Ansteckungen ist Kambodscha bislang relativ gut durch die Pandemie gekommen. Aus rund 600’000 Tests resultieren bis heute gerade mal 1600 positive Ergebnisse. Ein Grund dafür sind sicherlich die sehr strengen Einreisebestimmungen, das generell umsichtige Verhalten der Bevölkerung sowie auch die klimatischen Bedingungen. Hinweise und Empfehlungen der Regierung werden ohne wenn und aber diszipliniert umgesetzt. Man trägt Masken und es gehört zum Alltag, dass man sich zum Beispiel via Mobile-Scan beim Betreten von öffentlich zugänglichen Gebäuden zu registrieren hat. In der Zwischenzeit hat man auch mit dem Impfen der Bevölkerung begonnen.

Werden im Land irgendwo positiv getestete Menschen entdeckt, werden umgehend Massentests und Quarantäneauflagen in den von den infizierten Personen besuchten Lokalitäten verfügt. Nachdem es in den letzten Monaten diesbezüglich eher ruhig war, entdeckte man nun wieder neue Fälle, welche in Phnom Penh und Sihanoukville zu sofortigen Schliessungen von einzelnen Hotels und Einkaufscenter führten. Für die Provinzbehörde in Sihanoukville Grund genug, vor 10 Tagen auch gerade sämtliche Zugangsstrassen von und nach Sihanoukville über Nacht zu schliessen und ein Passieren in andere Provinzen mit Ausnahme von Gütertransporten bis auf weiteres zu unterbinden. Man erhofft sich, so den Virus nicht in andere Provinzen zu verteilen. So weit so gut, wenn denn nicht gerade jetzt meine Abreise Richtung Phnom Penh anstehen würde! Schnell wurden in mir Erinnerungen an meine letztjährige Heimreise wach und so hatte ich mich nun wohl oder übel in den letzten Tagen erneut mehr mit meiner Abreise zu beschäftigen, als mir eigentlich lieb war.

Ein Schreckmoment sondergleichen, als meine Abklärungen ergaben, dass ein Abflug aus Kambodscha alleine kein Grund darstellt, um zum jetzigen Zeitpunkt die Stadt verlassen zu können. So musste ich mir andere kreative Lösungen erarbeiten, welche ich an dieser Stelle lieber nicht näher ausführen möchte…..

Mit unzähligen Papieren bewaffnet und mehrfachen Behördengänge zur Polizei, Einwohner- und Provinzbehörde von Sihanoukville, habe ich es schlussendlich dann mit toller Unterstützung meines Fahrers geschafft, die 2 Kontrollposten Richtung Phnom Penh Vorgestern zu passieren. Und dies notabene ohne meinen Reisepass, welcher sich zwecks Visaverlängerung ja bereits in Phnom Penh befand. Umso glücklicher war ich dann, als ich diesen bei Ankunft inklusive dem gewünschten neuen Jahresvisum in Empfang nehmen durfte. Es scheint fast, als brauche ich einfach etwas Spannung beim Reisen, wie langweilig war das doch nur vor Corona!

Und nun verbringe ich also die letzten 3 Tage im ruhigen Phnom Penh, bevor ich dann hoffentlich mit einem negativen Corona-Test in der Tasche, Morgen Abend das Flugzeug via Singapore in die Schweiz besteigen kann. Bis dahin bleibt noch etwas Zeit, das letzte Mal etwas kambodschanisches Stadtleben zu inhalieren. Dabei verkommt bei aktuell feuchten 35 Grad meine erste Morgenrunde bei Tagesanbruch zu einem besonders guten Moment. Während die einen noch schlafen, andere turnen oder auf die ersten Aufträge warten, starte ich meinen Tag mit einem feinen kambodschaniscben Kaffee beim Markt, dort wo das Erwachen der Stadt am deutlichsten spürbar ist.

So, und das wäre es nun also gewesen, das letzte Kapitel aus der Schreibstube von KamboCello für diese Saison. Ich freue mich nun wieder auf ein Zusammentreffen mit Familie und Freunden und mein anderes Leben in der Schweiz. Danke Allen vielmals für das Lesen und Kommentieren meiner Beiträge. Für die nächsten Monate muss es nun wieder eine andere Sonntagslektüre richten. Bis zum nächsten Mal. Der nächste Winter kommt bestimmt.

14.03.2021

Die vergangenen Wochen zeigten einmal mehr, dass bei uns auch was läuft, wenn eigentlich nichts läuft, oder besser gesagt, dass es kaum möglich ist, dass es mir hier mal langweilig werden könnte.

Eine unschöne Episode ereignete sich nur 2 Tage vor meiner Rückkehr von der Reise durch Kambodscha. Somnang wurde um 4 Uhr in der Früh durch einen Lärm aufgeweckt und musste feststellen, dass sich soeben ein Einbrecher an unserer eisernen Schiebetüre bei der Küche zu schaffen machte. Die Türe war bereits aufgewuchtet als es Somnang gerade noch rechtzeitig gelang, den Eindringling in die Flucht zu schlagen. Sehr flink schaffte es dieser über die 2 Meter hohe Mauer zu klettern und über den Vorgarten des Nachbarhauses zu verschwinden.

Eigentlich waren wir davon überzeugt, dass wir unser Zuhause in den vergangenen Jahren mit einigen baulichen Veränderungen ausreichend einbruchsicher genug gemacht haben. Doch offenbar besteht an einer Stelle noch etwas Nachholbedarf.

Selbstredend, dass Somnang und Zaly mit dieser nicht mehr schliessbaren Türe keinen besonders guten Schlaf mehr fanden und wir liessen anstelle der bisherigen Schiebetüre schnellst möglich eine normale und bessere Türe anfertigen. In 3 Tagen war diese bereits fabriziert und montiert. Bis es soweit war, wusste sich Somnang mit einer eigenen günstigen Alarmanlage zu helfen. Ein kleiner Nagel mit einer grossen Pfanne und ein mit Draht fixierter Holzbalken genügten, um wieder sicher schlafen zu können.

Es gab in diesen Wochen aber auch viel Gefreutes. Alljährlich im Februar dürfen wir nämlich an einem unserer beiden Mangobäume frische Mangos ernten. Nicht umsonst schmecken uns diese ganz besonders, denn diese dürfen bis zum Erreichen der vollständigen Reife am Baum hängen.

Hätte mir vor ein paar Jahren mal jemand gesagt, dass ich innert Kürze mit dem Velo in Sihanoukville unterwegs sei, ich hätte ihn vermutlich komisch angeschaut. Was aber bis im letzten Frühling noch undenkbar war, ist nun Wirklichkeit geworden. Seit der neuen Situation sind auf den Strassen immer mehr Kambodschaner zu sehen, welche das Velo vorallem für Frühsport nutzen. Für mich auch eine gute Gelegenheit, nähere Besorgungen nun mit dem Velo zu machen oder dann kleinere Ausfahrten der Küste entlang zu unternehmen. Zaly freut sich auch, endlich mal etwas weiter als nur im Quartier rumzufahren. An der Kondition müssen wir noch etwas arbeiten.

Seit längerer Zeit ist man daran, auch die Stromzuleitungen in die Quartiere etwas auf einen besseren Standard zu bringen. Und so waren ein weiteres Mal Arbeiter im Kabelgewirr beschäftigt, mit der Folge, dass wir am Schluss prompt wieder mal kein Internet mehr hatten, respektive das Zugangskabel erneut aus Versehen gekappt wurde.

In einem solchen Fall sieht es unsere interne Arbeitsteilung dann vor, dass ich mich um das zu kümmern habe. Aus Erfahrung weiss ich zwischenzeitlich bestens, dass Telefonate an die Hotline des Anbieters nicht viel bringen, sondern ich am besten gleich selber zum Arbeitsbeginn am Morgen zur Firma zu fahren habe. Es scheint, dass man mich dort mittlerweile kennt und man sich bei meinem Erscheinen bewusst ist, dass ein zeitnahes Handeln gewünscht wird. Ich war dankbar, dass mich sogleich ein tüchtiger englischsprechender Monteur begleitete und die Angelegenheit wieder in Ordnung brachte. Bis zum nächsten Mal.

A propos Strom, Somnang hatte im Verlauf dieses Jahres den grössten Teil unserer Anlage im Innen- und Aussenbereich mit Solarlichter ausgerüstet und konnte somit ein lang gehegter Wunsch von uns umsetzen. Bis anhin waren in diesem Land kaum brauchbare Solarinstallationen erhältlich und nun scheint man auch hier soweit zu sein. Alleine schon aufgrund der jährlichen Sonnenstunden eine sinnvolle Investition, die Stromrechnung lässt dies seither deutlich spüren.

Mit einer ergänzenden Installation in meinem persönlichen Aussenbereich, schlossen wir dieses Unterfangen nun ab. Nachdem weder unsere Leiter noch unser Dach für meine Gewichtsklasse gemacht ist, überliess ich die Montage liebend gerne Somnang und seinem Kollegen. Sie haben dies erfolgreich hingekriegt.

Ich bin fest davon überzeugt, dass ich auch Sihanoukville wohl kaum nochmals so ruhig, aufgeräumt und friedlich antreffen werde. Ich werde darum versuchen die weiteren Tage die mir noch bleiben bewusst zu verleben.

07.03.2021

Mit dem Zuwachs der chinesischen Bevölkerung in Sihanoukville haben sich zwischenzeitlich auch die Essgewohnheiten und Restaurantangebote etwas angepasst. Dies führte dazu, dass auch auf dem Markt neue Lebensmittel angeboten werden. Die lokale Bevölkerung findet dies nicht nur schlecht, sondern erfreut sich eher über die Angebotserweiterung. Auch Somnang hat schon das eine und andere ausprobiert und seither sein Repertoire erweitert. Für mich persönlich passt die chinesische Küche auch weit besser zum lokalen Essen als die vormals vorhandenen westlichen Angebote. Diese sind mit dem Wegzug der westlichen Bewohner Sihanoukvilles weitgehend verschwunden.

So erweitere also auch ich mein kulinarisches Blickfeld. Ich erinnere mich gut an die Besuche von chinesischen Restaurants bei uns in der Schweiz oder Deutschland zurück. Wobei es hier nur schon aufgrund der Sprache weit abenteurlicher ist. Hier heisst es auf der Menükarte nämlich nicht „knusprig gebratene Ente nach kantonesischer Art“ sondern vielmehr „粤式脆皮烤鸭“. Und so kann es manchmal schon etwas Zufall sein, was auf den Teller kommt.

Man braucht in Sihanoukville von unserem Zuhause nur wenige Meter zu gehen und man trifft auf eine der Restaurants mit Dim Sum. Die Chinesische Bezeichnung Dim Sum steht für traditionelle Zwischenmahlzeiten, einfach übersetzt Snacks oder Imbiss. Wörtlich übersetzt heisst Dim Sum in etwa „das Herz berühren“ im Sinne kleine Leckerbissen, die das Herz berühren.

Dim Sum werden in der Regel in kleinen Dämpfkörbchen aus Bambus zubereitet. Die Bambuskörbe zum dämpfen haben unterschiedliche Grössen, deren Durchmesser von etwa 15 cm bis knapp über 1 m reichen. Sie können zum Dämpfen aufeinander gestapelt werden, der oberste wird danach abgedeckt. In jedem befindet sich ein normalerweise auch aus Bambus bestehendes Gitter, auf das die Speisen gelegt werden. Es ist üblich, die Mahlzeit je nach Geschmack noch mit Sojasauce oder andern – zum Teil scharfen – Saucen zu verfeinern.

Den Grossteil der Gerichte machen gefüllte Teigtaschen aus. Die Füllungen können aus allen denkbaren Sorten von Fleisch, Meeresfrüchten, aber auch aus Ei und Süßem bestehen.

Auch im von uns besuchten Sokha-Beach Resort gibt es zwischenzeitlich verschiedene Dim Sum-Angebote und diese schmecken hervorragend.

Trotzallem geht aber nichts über die Köstlichkeiten aus der lokalen Khmer-Küche. Seit je her fällt es mir absolut nicht schwer, mich hier vorwiegend aus der einheimischen Küche zu verpflegen. Die Vielfalt der Gerichte ist gross und nur selten wird nur ein einzelnes Gericht aufgetischt. Insbesondere dann nicht, wenn Gäste erwartet werden. Somnang, ein leidenschaftlicher Koch, der gerne alles gibt. Für mich ein unbezahlbarer Umstand, den ich sehr zu schätzen weiss.

Da ich selber auch gerne koche, bin ich bemüht, das eine oder andere aus Somnangs Küche abzuschauen, um dann während meiner Zeit in der Schweiz meinem manchmal aufkommenden Fernweh etwas Abhilfe schaffen zu können. Ein persönlicher Favorit ist unter anderem die bekömmliche Reissuppe, welche hier in der Regel bereits als Morgenessen eingenommen wird. Ich lernte diese auf früheren Reisen nach Thailand kennen und kochte diese bislang nach diesem Rezept. Beim näheren Hinschauen wurde mir nun nach einigen Jahren Kambodscha endlich klar, weshalb die kambodschanische Variante etwas anders schmeckt. Mein persönliches Rezept wird nun sicher eine Änderung erfahren.

Gut, ehrlich gesagt, freue ich mich nach einem Aufenthalt von 4 Monaten dann schon auch immer wieder auf die saisonale Schweizer Küche. Vorallem Brot, Käse und andere Milchprodukte werden bei meiner Rückkehr mit Bestimmheit auf meinem ersten Einkaufszettel stehen. Bis es aber nun wieder soweit ist, erfreue ich mich hier noch etwas am fangfrischen Seafood aus Sihanoukville.

28.02.2021

7. Etappe (Battambang)

Mein letzter Halt auf meiner Reise galt der Ortschaft Battambang, welcher ebenso eine wichtige Station auf unseren Rundreisen ist.

Die Strassenverhältnisse in und um Siem Reap , wie auch praktisch auf der ganzen Strecke nach Battambang, liessen die Fahrt mit dem Bus zu einem etwas langwierigen Trip verkommen. Die Regierung nützt die Zeit mit der tiefen Besucherfrequenz für eine Komplettsanierung und Ausbau der Strassennetze. Alleine in Siem Reap sollen innert Jahresfrist (!) 38 Strassen mit einer Gesamtlänge von 108 Kilometer für 150 Millionen Dollar neu erstellt werden. Ich kenne einen solches Unterfangen ja bestens aus Sihanoukville und stelle fest, dass auch hier mit der Methode „alles auf einmal“ gearbeitet wird. Die eigentliche Strasse zwischen Siem Reap und Battambang war bereits in den letzten 2 Jahren im Bau, ist bis heute aber auch erst zu kleinen Teilen wirklich vollendet. So kann dann halt das Zurücklegen einer Strecke von 174 Km auch schon mal 4 Stunden dauern.

Einmal in Battambang angekommen, freute ich mich mit Rin einen weiteren Mitstreiter auf unseren Touren zu treffen. Wir machten aus, dass wir uns während meines Aufenthaltes ebenso an Orte begeben, welche mir bis anhin noch verborgen blieben.

Ein besonderer Wunsch meinerseits war, endlich einmal sein Zuhause ausserhalb Battambang und seine Familie kennenzulernen. Schon viel hatte ich in den letzten Jahren vernommen, doch das wirkliche Kennenlernen stand bis heute aus. Wie bei Kambodschaner üblich, wurde ich herzlich empfangen. Allesamt wohnen sie zusammen in einem kleinen Haus und nebst Rin tragen auch sein Vater und Bruder mit dem TukTuk-Fahren für den gemeinsamen Lebensunterhalt bei. Ein Haushalt mit 3 TukTuks, da kommt selten ein Engpass auf. Selbstredend haben auch sie in diesem Jahr grosse Schwierigkeiten, ausreichend Einkommen für ihren Lebensunterhalt zu erzielen. Die Mutter von Rin ist aufgrund einer Erkrankung seit 5 Jahren an den Rollstuhl gebunden. Während andere Familienmitglieder den Haushalt bewerkstelligen, ist sie tagtäglich mit der Herstellung oder Flickarbeiten von Fischernetzen beschäftigt.

Auch die nächste Generation steht schon für den TukTuk-Fahrdienst bereit:

Alsdann ging die Fahrt los zum 35 Km entfernten Stausee Kamping Puoy. So schön und zweckmässig dieser See auch ist, so traurig seine Entstehung. Dieser wurde nämlich in der Herrschaft der Roten Khmer erstellt. Durch die Zwangsarbeit, dieses 8 km2 grosse Becken in Handarbeit auszuheben, mussten gegen 10’000 Personen ihr Leben lassen. Der Sinn und Zweck des Sees ist geblieben. Dank ihm können heute grosse Teile der Felder um Battambang noch weit in die Trockenzeit hinein bewässert werden und es können jährlich bis zu 3 Reisansaaten erfolgen. Nicht umsonst bezeichnet sich die Region Battambang als Reiskorb der Nation.

Der See ist heute bei den Einheimischen ein wichtiger Ausflugsort. An den dafür bereit gestellten Holzunterständen mit Hängematten lässt sich hervorragend picknicken und entspannen. Rin und ich bewältigten einen frisch zubereiteten Fisch nach Khmer-Art und liessen es uns eine Weile gemütlich sein.

Battambang wurde in der vergangenen Regenzeit mit massiven Überflutungen konfrontiert und diese richteten grosse Schäden an. Dabei ging die erste grosse Reisansaat grossmehrheitlich verloren. Viele bangten um ihr Einkommen und den notwendigen Reisvorrat.

Heute nach nur einem halben Jahr scheint das Leben wieder seinen gewohnten Gang zu nehmen. Ich staune jedes Mal von neuem, wie sich die hiesige Landbevölkerung zu helfen weiss, und mit einer beschränkten Unterstützung des Staates wieder zu einer Tagesordnung übergehen kann. Das Lachen ist auch ihnen nicht aus dem Gesicht gewichen und ich mag ihnen von Herzen gönnen, dass sie sich wenigstens nicht auch noch mit diesem Virus herumzuschlagen haben. Die ärmlichen Verhältnisse in dieser Gegend sind gut sichtbar.

Unmittelbar vor meiner Unterkunft befand sich die Streetfood-Meile der Stadt. Beste Gelegenheit, die Abende bei einem fein zubereiteten Wok-Gericht und einem frischen Früchteshake zu verbringen.

8. Etappe (Sihanoukville)

Hätte ich gewusst, in welchem Zustand sich momentan auch noch die Strecke von Battambang zurück nach Phnom Penh befindet…. ich hätte sie trotzdem fahren müssen. Und so war einfach noch einmal etwas Durchhaltewille gefragt. Wer hat denn schon mal im Leben gesehen, dass eine Strecke von 300 Km auf einmal in ganzer Länge gleichzeitig ausgebaut wird? Ich gehe mal davon aus, dass dies noch ein paar Jahre dauern wird und ich noch weitere Male etwas davon haben werde.

In einer Reisezeit von 7.5 Stunden (statt 5) sind wir dann ausreichend geschüttelt und gerüttelt in der Hauptstadt angekommen, wo ich mir noch eine letzte Pause von 2 Nächten gönnte, bevor es dann zurück nach Sihanoukville ging.

Auch wenn in einem Land wie Kambodscha ein Car nicht ein Dreamliner ist und Raststätten nicht ganz einem Mövenpick entsprechen, so entschädigen die Reiseerlebnisse doch bei weitem und sind bestens zu empfehlen. Trotzdem war die Vorfreude auf einen ersten Espresso in unserem Garten aber gross und er hat dieses Mal speziell gut geschmeckt.

Ich hegte schon lange den Wunsch, irgendwann Kambodscha noch einmal umfassend zu bereisen. Mit dem nun vergangenen Trip von 25 Tagen und einer zurückgelegten Wegstrecke von 1928 Km + weitere geschätzte 500 Kilometer per TukTuk und Motorrad konnte ich mir diesen Wunsch erfüllen und kehrte vor 3 Wochen wohl behalten und mit vielen weiteren Eindrücken und Erlebnissen zufrieden nach Sihanoukville zurück. Nicht zuletzt wegen den jetzigen Umständen ein für mich überragendes Reiseerlebnis, welches sich vermutlich kaum in einer solchen Art so bald wieder ergeben wird. Schön, dass Ihr mich als Leser begleitet haben.

21.02.2021

6. Etappe (Siem Reap)

Nach den interessanten Tagen in Banlung ging die Reise wieder zurück nach Stung Treng, wo ich nochmals einen Zwischenstopp in der vorherigen Lodge am Mekong einlegte.

Die nächste längere Reisestrecke führte mich dann in knapp 5 Stunden auf einer Länge von etwas mehr als 300 Kilometer in den Westen des Landes nach Siem Reap. Ich durfte feststellen, dass diese Überlandfahrt landschaftlich definitiv zu den schönsten Strecken in Kambodscha gehört. Es wurde mir am Fensterplatz im Minibus zu keiner Zeit langweilig.

Mir ist bewusst, dass Siem Reap als DER touristische Hotspot wohl am ärgsten vom Ausbleiben der Touristen geplagt ist. Die in den letzten Jahren stetig steigenden Besucherströme zu den Tempeln von Angkor bescherten dieser Stadt ein enormes touristisches Wachstum. In Siem Reap leben zwischenzeitlich praktisch alle Bewohner in einer Form vom Tourismus. Viele Hotels sind geschlossen und solche welche offen haben, haben eine minimalste Belegung. So lasse auch ich mich wiederum für ein paar Tage als einer von wenigen Gästen in einem mittelgrossen Hotel nieder. Der Chef des Hotels ist Receptionist, Nachtwächter und Mädchen für Alles.

Der erste Spaziergang in die Ausgangsmeile verdeutlichte dann das Ausmass der jetzigen Situation. Nur vereinzelte Lokale sind offen, viele stehen zum Verkauf oder suchen neue Mieter. Ebenso geschlossen sind all die beliebten Nachtmärkte mit touristischen Angeboten. Für einmal erhält aber zumindest die traditionelle Khmer-Musik, gespielt von Minenopfer, wieder die nötige Aufmerksamkeit, was vorher bei den wummernden Bässen aus den Musiklokalen nicht mehr der Fall war. In den Abendstunden füllen sich die Strassen ein wenig mit flanierenden Kambodschaner. Es macht den Anschein, dass sie es trotzallem geniessen, die sonst so überfüllte Stadt zur Zeit etwas für sich zu haben. Alles in allem erlebe ich daher eine durchaus friedliche und freundliche Atmosphäre.

Betroffen von der jetzigen Situation sind natürlich auch meine Fahrer. Unter anderem auch ihnen galt mein jetziger Besuch. Auch sie waren gezwungen sich umzuorganisieren und kurzfristig andere Einkommensquellen zu erschliessen. Mein Fahrer Pich versucht seinen Lebensunterhalt nun so gut wie möglich mit Fischen und mit dem Betrieb einer Nudelküche in den Abendstunden zu finanzieren. Alles andere als einfach, da es ja schon vorher bereits Fischer und Garküchenbetreiber gab.

Da habe ich es also doch lieber, wenn Pich bei mir im Hotel vorfährt, und mich auf eine Ausfahrt mit nimmt. Für einmal ohne Gäste und somit auch ohne TukTuk. Auf dem Rücksitz seines Motorrades sitzt es sich bequem und man ist auch etwas zügiger unterwegs.

Ich wollte die Gelegenheit packen, andere sehenswerte Ziele anzufahren, um mir dies eventuell für künftige Rundreisen zu Nutzen zu machen. Eines dieser Ziele war der Besuch eines weiteren schwimmenden Dorfes im Tonle Sap-See. Dieses ist zwar etwas näher an Siem Reap gelegen als die Dörfer, die ich mit meinen Gästen besuche, doch wird dieser Ort eben gerade wegen der Nähe in der Regel von Grossgruppen-Reisen überschwemmt und entspricht dann nicht mehr unbedingt dem Reisevergnügen, dass ich zu bieten pflege. Jetzt war aber beste Gelegenheit, einen solchen Besuch nachzuholen.

Auch in diesem schwimmenden Dorf werden überall Krokodile gehalten und das Fleisch in den Restaurants angeboten. Man betont aber mit einem kambodschanischen „No have“ dass Krokodile weder im See selber noch in seinen Zuflüssen zu finden sind.

Einen weiteren Abstecher machten wir auf einen etwas ausserhalb der Stadt gelegenen Berg mit dem Namen „Kbal Spean“, für welchen Besuch man ebenso das Angkor Eintrittsbillett benötigt. Die 1stündige Fahrt dorthin lässt sich ganz gut geniessen.

Mir hätte eigentlich schon bei der Ankunft klar sein müssen, dass der Aufstieg zum höchsten Punkt nur mit einem grösseren Effort zu leisten ist. Spätestens als mir Pich, mein sportlichster Fahrer überhaupt, mitteilte, dass er lieber unten auf mich warten würde, sagte schon alles. So nahm ich dann also voller freudiger Erwartung auf das Ziel, den rund 2 Km langen steilen Aufstieg mit sehr viel Dschungelfeeling in Angriff. Durchgeschwitzt am Endpunkt angekommen stellte ich dann aber fest, dass ein eigentliches Ziel, sprich Belohnung gänzlich fehlt. Weder Aussicht noch Tempel oder sonst was. Somit ging es nach einer Pause wieder den gleichen Weg zurück. Wenigstens konnte ich mich an einer üppigen Natur, den farbigsten Schmetterlingen und an unterschiedlichsten Vogelgesängen erfreuen. Ein Ausflug ganz nach dem Motto: Man muss Wege gehen, um danach zu wissen, dass man sie nicht gehen muss.

Auf der Rückfahrt bot sich dann die Gelegenheit, beim in der Nähe gelegenen Tempel Banteay Srei noch einen Halt einzulegen. Für einen Abstecher bei diesem Tempel reicht die Zeit bei einem eintägigen Besuch von Angkor in der Regel nicht aus. Eigentlich schade, da dieser durch seine intakte Schönheit besticht und ohne Besucher sowieso.

Ich kann schon nicht mehr zählen, wieviele Male ich in meinem Leben bereits in Angkor war und wollte mir eigentlich deshalb einen weiteren Besuch in diesem Jahr ersparen. Nachdem normalerweise pro Tag bis zu 10’000 Eintrittsbillette verkauft werden, und es aktuell noch gerade mal 30 Stk pro Tag sind (ich löste um 9 Uhr das 12. Ticket), war mir klar, dass ich doch noch für ein paar wenige Fotoaufnahmen in den Park fahren werde. Diese Bilder des Jahrgangs 2021 nicht zu machen wäre schlichtweg fatal und ich musste diese einfach haben. Sie behalten einen ganz besonderen Wert. Ehemalige Reisende können dies bestimmt ganz gut nachvollziehen.

Ein abschliessender Abstecher in die Weiten der saftiggrünen Reisfelder machte meinen Aufenthalt in Siem Reap mehr als vollkommen. Meinem langjährigen Fahrer und Begleiter Pich ist es einmal mehr zu verdanken, dass ich auch in diesem besonderen Jahr meine geplanten Vorhaben allesamt umsetzen konnte.

Abschliessend sei noch erwähnt, dass ich in der Regel Siem Reap nicht verlasse, ohne vorher noch bei kambodschanischen Bekannten aus der Schweiz und Deutschland Hallo zu sagen. Es handelt sich dabei um sogenannte Sihanoukville-Flüchtlinge, welche nach dem Einfall der Chinesen das Weite gesucht haben. Die einen sind heute im nahen Kampot zu finden und andere sind nun eben in Siem Reap zuhause. Ein guter Treffpunkt ist dabei das Restaurant und Hotel des Schweizers Pascal, welcher vorher seinen Betrieb ebenso in Sihanoukville hatte. An meinem letzten Abend in Siem Reap tauschten wir bei einem gemeinsamen Nachtessen Neuigkeiten aus. Ein Wiedersehen gibt es dann erst wieder im nächsten Jahr, es sei denn, das Meer zieht die Geflüchteten zwischendurch mal zurück nach Sihanoukville, was seit dem baulichen Fortschritt wieder des öfteren zu sein scheint.

Auf Besuch in Sihanoukville

14.02.2021

5. Etappe (Banlung)

Nach Stung Treng führte mich die Reise für weitere 2 1/2 Fahrstunden in den sogenannten wilden Osten in die Provinz Ratanakiri, respektive an den dortigen Hauptort Banlung. Für die Fahrt nutzte ich dieses Mal eine Mitfahrgelegenheit in einem Personenwagen und mit 4 Passagieren entsprach dieser Transport für einmal ganz Schweizer Norm.

Obschon die Provinz Ratanakiri nördlich und in erhöhter Lage liegt, klettern die Tagestemperaturen auf die gewohnten 30 Grad und mehr. Einzig in den jetzigen Wochen kühlen die Nächte auf frische 12 – 14 Grad ab.

Die Provinz Ratanakiri steht aufgrund der üppigen Landschaften und Dschungelgebiete bei Naturliebhaber hoch im Kurs. Vorallem Trekkingtouren sind es, welche Besucher anziehen. Mit diesen wird es möglich, u.a. die in den abgelegenen Dörfer lebenden ethnischen Minderheiten aufzusuchen. Diese sprechen nicht nur meistens ihre eigene Sprache, sondern leben abgeschieden nach eigenen Bräuchen und Gepflogenheiten. Im noch weiter abgelegenen Dschungel sollen offenbar wilde Elephanten, Tiger, Leoparden aber auch eine seltene und geschützte Gibbonaffenart ihren Lebensraum haben.

Als ich vor Jahren zweimal diese Provinz bereist habe, unternahm ich damals gleich mehrere Trekking-Touren in die entlegenen Gebiete und ich durfte mich dabei immer auf die Begleitung des gleichen Guides verlassen. Leider hatte ich auch von ihm nach all den Jahren weder eine Telefonummer, noch erinnerte ich mich an seinen vollständigen Namen.

Bei meiner jetzigen Ankunft habe ich mich sogleich nach einer neuen Begleitperson umgeschaut und wurde mit „Jammy“ fündig. Ich habe ihm meinen Wunschkatalog meiner Ziele deponiert und er hat mir eine Begleitung und Unterstützung für 3 einzelne Tage zugesagt. Natürlich habe ich es nicht unterlassen, ihm das vor 16 Jahre gemachte Foto meines damaligen Guides zur Verfügung zu stellen. Er kannte ihn nicht, wollte mir aber in diesen Tagen mit Unterstützung der sozialen Medien behilflich sein.

Der erste Halbtag diente einem obligaten Rundgang durch Banlung. Vieles kam mir noch bekannt vor, aber auch diese Stadt hat sich in dieser Zeit wie überall deutlich vergrössert. Schön ist, dass die teilweise nostalgischen Bauten aus der französischen Kolonialzeit aber noch zu sehen sind.

Gleich am darauffolgenden Tag ging es dann los, und Jammy holte mich mich mit seinem Motorrad in der Unterkunft ab. Für einmal nicht als Selbstfahrer sondern auf dem Rücksitz liess ich mir die unendlich erscheinenden Weiten des Hochlandes zeigen. Auf insgesamt rund 250 Kilometer auf alle Tage verteilt, durfte ich auf seinem Rücksitz eine wunderbare exotische Natur geniessen. Lokale Gepflogenheiten hin oder hin, ich entschied mich für ein festes Schuhwerk und verzichtete dafür gerne auf eine Daunenjacke.

Wir stoppten an vielen Plantagen und ich konnte mein Wissen über den Anbau von Früchten und Gemüse erweitern. So habe ich auch erfahren, dass die Inhaber der Pfefferplantagen zwischenzeitlich begonnen haben weniger aufwendige Früchte zu ziehen. Dies nachdem der beliebte Pfeffer aus dem südlichen Kampot dem nördlichen Pendent aufgrund seiner Intensität und Beliebtheit den Rang schon länger abgelaufen hat. Dadurch seien die Preise für den Pfeffer in Ratanakiri in den Keller gesunken und der aufwendige Anbau lohnt sich immer weniger. Ich habe natürlich den Pfeffer aus Ratanakiri auch probiert und darf bestätigen, dass sich dieser rein geschmacklich kaum mit „unserem“ Pfeffer aus Kampot vergleichen lässt. Bin froh, denn das jährliche Besorgen des Pfeffers aus Kampot rein geographisch gesehen deutlich einfacher für mich.

Als Alternative setzt man nun vermehrt auf den Anbau von Avocados. Diese sind im Anbau eher anspruchslos und es lassen sich gute Absatzpreise erzielen. Nachdem der Kambodschaner aber lieber kopiert als eigene Ideen entwickelt, fragt es sich, wie lange dies so bleibt. In jedem Fall entdecke ich auf unserer Fahrt schon einige Anbauten dieser Art.

Je abgelegener die Gebiete, je sandiger und staubiger die Strassen. Ich kann mich nicht daran erinnern je einmal mit soviel rotem Sand paniert am Abend unter die Dusche gestanden zu sein. Mit dem Erreichen einer der grösseren Flüsse in der Region hiess es dann aber umsteigen auf das Boot. Dies ist der beste Weg, um die verschiedenen kleinen Dörfer der am Fluss lebenden Minderheiten zu besuchen. An gewissen Stellen ist ein Überqueren auch mit dem Motorrad möglich.

Die Dörfer unterscheiden sich allesamt, je nach Ethnie. Wichtig scheint, dass der Guide einerseits die Dorfverantwortlichen kennt und so das Erscheinen ankünden kann. Es wird nicht gerne gesehen, wenn Fremde in der Dorfgemeinschaft herumstöbern ohne vorher ihr Kommen anzuzeigen. Jammy bereitete mich darauf vor, dass die Dorfbewohner von der Pandemie auf dieser Welt vernommen haben und seither gegenüber Ausländer etwas verängstigt sind. Sie befürchten, dass ihnen böse Geister diese Krankheit in ihre Dorfgemeinschaft bringen könnten. Für mich völlig verständlich und wir wussten uns auch entsprechend zu verhalten. Jammy wurde gegenüber den Einheimischen nicht müde zu betonen, dass ich in Sihanoukville wohnhaft bin und kein direkter Reisender aus dem Ausland sei.

Wir durften viele schöne Begegnungen machen und ich erhielt erneut einen guten Einblick in das Leben dieser Menschen. Allesamt leben sie in sehr armen Verhältnissen und ernähren sich weitgehend von dem, was ihnen der Boden und das nahe Wasser her geben, und das ist nicht wenig! Die gelebte Herzlichkeit und Zufriedenheit macht diese Menschen in meinen Augen definitiv zu den Reichsten dieser Welt. Ich war einmal mehr sehr beindruckt und fühle mich am Schluss dieser Tage auch etwas reicher. Aus Respekt habe ich das Erlebte nur in beschränktem Ausmass fotographisch festgehalten. Die nachstehenden Aufnahmen erfolgten wie immer mit einer herzlichen Genehmigung.

Mit der Rückreise nach Stung Treng nahmen weitere interessante Tage ihr Ende. Übrigens, Jammy hatte alles gegeben, und zum Schluss noch meinen damaligen Guide ausfindig machen können. Während ich nach all diesen Jahren noch immer mit einem Camelhemd durchs Land ziehe, hat er sich feineres Tenue zugelegt und arbeitet als Staatsangestellter im Finanzdepartement der Provinz Ratanakiri….! Wir trafen uns zu einem gemeinsamen Nachtessen, und auch er war sehr.angetan davon, nun im Besitz von Fotoaufnahmen aus der damaligen Zeit zu sein. Er war noch nie in Sihanoukville und will dies bei Gelegenheit unbedingt mit einem Besuch bei uns nachholen.

07.02.2021

4. Etappe (Stung Treng)

Mit dem Ziel dieser Etappe gelange ich zum nördlichsten Punkt meiner Reise und bin nur noch wenige Kilometer von der Grenze zu Laos entfernt.

Vorerst galt es aber in einem nicht minder gefüllten Minibus die Fahrt hinter mich zu bringen. In zügigen 2.5 Stunden waren wir dann am Ziel und ich durfte mich nach einem staubigen Transfer im TukTuk in einer weiteren schönen Lodge mit Mekong-Anstoss einrichten.

In der Gegend von Kratie und Stung Treng zählen Irrawaddy-Delphine zu den Bewohner des Mekongs. Laut Angaben des WWF leben bis zur Grenze von Laos aktuell noch etwa 80 Tiere. Vor 1975 waren in den kambodschanischen Gewässer über 1000 dieser Süsswasser-Delphine anzutreffen. Diese wurden aber in der Schreckensherrschaft der roten Khmer fast ausgerottet, sei dies um Schiessübungen abzuhalten oder das Fischöl als Treibstoff zu nutzen. Heute ist der restliche Bestand dieser seltenen Delphinsorte geschützt. Mit etwas Glück lassen sich diese auf einer Bootsfahrt gut beobachten.

Und zur besseren Ansicht hier noch eine Aufnahme aus einem aufliegenden Werbeflyer:

Fährt man diese Wochen über Land, kann man sie nicht übersehen und überhören, die Hochzeitsfeierlichkeiten. Diese finden in der Regel im ganzen Land mehrheitlich in den Monaten Januar – April statt, dies weil dann auch die strengsten Arbeiten im Reisanbau vorüber sind. Ein wichtiges Ritual sind im Vorfeld der Hochzeit die richtigen Bilder in den traditionellen Gewänder. Man sucht sich hierfür meistens spirituelle oder geschichtsträchtige Orte aus, um den Bildern auch die richtige Bedeutung zu verleihen. So gesehen in den letzten Tagen, als ich an etlichen schönen Schauplätzen auf Heiratswillige mit grossem Entourage an Fotografen, Belichtungsgehilfen und Kostümzurechtzupfer traf.

Ein Aufenthalt in und um Stung Treng lohnt sich nicht nur alleine wegen der schönen Lage am Fluss, sondern auch wegen den vielseitigen landwirtschaftlichen Kulturen in dieser Gegend. Augenfällig ist insbesondere der grossflächige Anbau der auch bei uns beliebten Cashew-Nüsse. Wer schon mal gedacht hat, dass diese Nüsse bei uns etwas gar hoch im Preis sind, wird hier erlennen, warum dies so ist.

Die Nüsse wachsen einmal jährlich an mittelgrossen Bäumen und die Ernte findet in der Regel im Monat März statt. Die Früchte, sogenannte Cashew-Äpfel, enthalten je eine einzelne Nuss. Nach dem Ernten dieser Früchte werden diese aufgeschnitten und die Nüsse, welche mit einer harten Schale umgeben sind, entnommen. Der Bauer erhält für dieses Rohprodukt pro Kilo zur Zeit 2 Dollar ausbezahlt. Die Abnehmer der noch unverarbeiteten Nüsse sind vietnamesische Firmen, welche die Nüsse aus Kambodscha importieren, maschinell schälen und rösten. Danach werden diese in die ganze Welt exportiert. Die Plantagenbesitzer nehmen einen Teil davon für einen durchschnittlichen Kilopreis von 10 Dollar wieder zum Direktverkauf zurück. Am Markt in Kambodscha sind die verarbeiteten Cashew-Nüsse schlussendlich etwa für 12 Dollar das Kilo erhältlich und der Bauer fährt so im besten Fall insgesamt ein Ernteerlös von 4 Dollar je Kilo ein.

Im Städtchen Stung Treng bieten die Bauern der umliegenden Dörfer ihre Frischware ausserhalb der eigentlichen Markthalle auf der Strasse an. Es ist teilweise kaum ein Durchkommen mehr und es ist äusserst interessant dem turbulenten Treiben etwas zuzusehen.

Ich meinerseits nutzte in Strung Treng die Zeit für etwas Erholung von den bisherigen Reisetage, im Wissen was in den nächsten Tagen noch auf mich zukommen wird. Zeit auch, um die folgenden Etappen etwas detaillierter vorzubereiten. Mein Bungalow-Balkon, ausgestattet mit einem bequemen Stuhl und Hängematte schafften hierfür die besten Voraussetzungen.

Apropos Hängematte, DER Besitztum jedes Kambodschaners schlechthin. Es gibt wohl kein kambodschanisches Zuhause, wo nicht mindestens eine dieser Matten aufgehängt ist. Die Kambodschaner lieben es, ihre Ruhepausen und auch schon mal gerne etwas mehr darin zu verbringen. Es ist gut möglich, dass ich zwischenzeitlich auch etwas Khmer-Blut in mir habe, schaffte es aber bislang irgendwie trotzdem nicht, es mir in einer solchen wirklich gemütlich zu machen. Ein weiterer Versuch scheiterte nun auf eben diesem Balkon und verursachte beim anwesenden Garten-Personal für beste Unterhaltung. Genau 10 Minuten dauerte es nämlich und die Leine riss, was mir bestätigt, dass ich Blut hin oder her mindestens körperlich noch lange kein Asiate bin.

Ein Erfolgserlebnis gabs dann aber doch noch, denn ich schaffte es nun tatsächlich zum ersten Mal überhaupt in meinen vielen Asienjahren, einen Schwumm im Mekong zu machen. Es gab bislang wirklich nicht viele Momente, in welchen ich mir ein Bad in diesem Fluss gewünscht hätte. Ich dachte mir aber nun, wer Rhein kann, kann doch sicher auch Mekong! Ich blendete alles aus, was ich auf all meinen Reisen entlang des Mekongs bisher gesehen habe, und konnte so den längeren Schwumm bei angenehmen Wassertemperaturen doch ganz gut geniessen.

31.01.2021

3. Etappe (Koh Trong b. Kratie)

Mit einer Reise in die ländlichen Provinzen ändern sich auch die Reisemöglichkeiten. Anstelle von Linienbussen und Fahrplänen sind vorallem in dieser Zeit Mitreisegelegenheiten gefragt, welche in der Regel frühestens am Vorabend zu organisieren sind. Für meine Weiterreise Richtung Norden habe ich mir einen Platz in einem Kleintransporter reserviert. Das Warten auf den Bus bei einem Kaffee war noch ganz entspannt und auch die Abholung zum Ladeplatz funktionierte auf dem Roller einigermassen zeitig.

Was ich dann aber erlebte, war dann eben Khmer-Kultur pur. Der Begriff VIP hat in Kambodscha eine ganz andere Bedeutung als bei uns.

Der Wagen war von Beginn weg nur mit 2 Sitzreihen und somit 8 Plätzen für Mitfahrende ausgestattet. Die restliche Fläche wurde mit Material aller Art vollgeladen. Zum Start der Fahrt waren ich und 2 weitere Personen an Bord. Während den ersten 10 Kilometer, für welche wir fast eine Stunde benötigten, wurden an unzähligen Halts noch weiteres Material und Personen zugeladen. Mit jedem Stop dachte ich, mehr geht ja hier wohl nicht mehr rein. Am Schluss waren es dann aber 13 Personen und vorne und hinten insgesamt 5 Motorroller! An ein Bewegen war kaum mehr zu denken. Dass der Fahrer mit 4 Beifahrerinnen dann gleichzeitig noch telefoniert und einen Maiskolben isst, macht die Sache auch nicht entspannter, gehört aber hier zum Ritual. Die Fahrt des Busses ging bis zur laotischen Grenze, ich selber stieg dann aber „bereits“ nach 130 Km und 3.50 Std. Fahrzeit in der Ortschaft Kratie aus.

Entlang des Mekongs zu reisen hat mich schon seit je her fasziniert. Sehe ich diesen, so machte ich mir schon des öfteren Gedanken darüber, wieviele Geschichten dieser Fluss auf seinem langen Weg so alles mit sich führt. Für x-Millionen Menschen bildet dieser Fluss der Lebensnerv schlechthin. In 5300 Meter Höhe im Himalayagebiet entsprungen, zählt dieser mit einer Gesamtlänge von 4500 Kilometer zu den 12 längsten Flüsse der Welt. Nach China, Myanmar, Thailand, Laos und Kambodscha mündet dieser im sogenannten Mekong-Delta von Vietnam ins Meer.

In der Regenzeit, wenn der Mekong zusätzlich durch das Schmelzwasser im Himalaya enorm viel Wasser führt, werden auch in Kambodscha grosse Teile der Flussregionen jährlich überflutet und nahegelegene Seen und Flüsse mit zusätzlichem Wasser versorgt. Die chinesische und laotische Regierung hat in den letzten Jahren damit begonnen, zwecks Stromerzeugung grössere Staudämme in ihren Terretorien zu errichten, was nun dazu führt, dass der Mekong auf der Höhe von Kambodscha deutlich weniger Wasser führt. Für Kambodscha stellt dies ein grosses Problem dar. Für mich sehr gut nachvollziehbar, wenn ich die Sandbänke der Mekong-Inseln mit denen der früheren Zeit vergleiche.

Die Insel Koh Trong bei Kratie ist nun mein eigentliches Etappenziel für die kommenden Tage. Mit einer Fähre lässt es sich bequem auf die Insel übersetzen.

Nach einem erneuten Transport mit Roller bin ich dann in der einzigen Lodge auf der gerade Mal 10 Km2 grossen Insel angekommen. Hier fühlt man sich schlichtweg im Paradies, fernab vom Gewusel und inmitten der einheimischen Nachbarschaft umgeben von viel Natur. So lasse ich mich hier nieder, als einziger Lodgebesucher überhaupt. Hätte ich mich bis anhin nicht schon ausgiebig an das Alleinsein gewöhnt, hätte ich wohl jetzt ein Problem. Mein bescheidenes Khmer und die fehlenden Englischkenntnisse der Inselbewohner ermöglichen nur eine bedingte Kommunikation.

Mit dem Fahrrad lässt sich die Insel einfach erkundschaften. Die Inselbewohner sind äusserst zuvorkommend. Überallem heisst es von weitem schon „Barang! Barang!“, die Bezeichnung für westliche Ausländer. Man freut sich am Interesse an ihrer Arbeit und ihrem Leben und lässt bei einem Lächeln gerne einblicken.

Als ich diese Insel vor 16 Jahre besuchte, traf ich damals ebenso auf Einheimische welche mich spontan zu einem Mittagessen einluden. Danach gabs ein Gruppenfoto, welches ich ihnen kurz später entwickelt zukommen liess. Dank der heutigen Icloud hatte ich jetzt wieder Zugriff auf diese Aufnahme und siehe da, ich habe es nach einigem herumzeigen doch geschafft, wenigstens 2 Personen von damals wieder zu treffen. Man wollte natürlich dann unbedingt alle meine damaligen Aufnahmen sehen, und das sind einige. Dieser Moment der Freude kann ich nun leider nicht teilen, da ich für die restliche Akkudauer nicht mehr im Besitz meines Handys war….! Der „Preis“ für dieses Intermezzo ist eine kambodschanische Facebook-Freundschaft mehr. Der entsprechende Post liess auch nicht allzulange auf sich warten. Das ist eben auch Kambodscha😀!

24.01.2021

2. Etappe (Kampong Cham)

Nach Phnom Penh führte mich meine Reise weiter nordöstlich nach Kampong Cham. Die 124 Kilometer lange Strecke legte ich mit einem Minibus in etwas mehr als 2 Stunden zurück.

Die Provinzhauptstadt Kampong Cham liegt direkt am Mekong und die Stadt umfasst in etwa 20’000 Einwohner. Auf Deutsch übersetzt heisst die Stadt „Der Hafen der Cham“. Gemeint sind damit die muslimischen Cham, eine im buddhistisch dominierten Kambodscha lebende Minderheit. Etwa die Hälfte der landesweit wohnhaften Muslimen sind alleine in dieser Gegend wohnhaft. Nur vereinzelt trifft man auf Frauen mit Kopftücher, ansonsten merkt man in den Lebensgewohnheiten der Bewohner keine Unterschiede.

Mein bezogenenes Zimmer im 6. Stock eines Hotel direkt am Ufer des Mekongs ermöglicht einen wunderbaren Blick über einen Teil der Stadt und die Flusslandschaft. Zur Zeit seien gerade mal 4 Zimmer des grossen Hotels gebucht.

Hat man die stattliche Brücke über den Mekong überquert, erreicht man in 70 Kilometer den Grenzübergang zu Vietnam. Viele Lastwagenchauffeure auf dem Weg nach Vietnam legen an diesem Ort nochmals einen grösseren Zwischenhalt ein.

Ich liebe es, Ortschaften wenn immer möglich zu Fuss zu erkunden und dies vorallem in den frühen Morgenstunden. Ein besonderes Flair hat es aber auch im späteren Nachmittag, dann wenn die Kambodschaner allesamt nochmals auf den Beinen sind um sich vor dem nach Hause gehen noch an einer Garküche zu verpflegen oder letzte Frischwaren für den Heimbedarf einzukaufen. Oftmals beschränken sich die Wohnräume der Kambodschaner auf einen einzigen Raum und einen Küchenecke besteht meistens nur aus einem Gaskocher um heisses Wasser und einfachere Mahlzeiten zuzubereiten. Das öffentliche Verpflegen ist daher in der Regel günstiger und auch um einiges einfacher.

Während ich mich im Tagesverlauf auch gerne mit etwas Kleinem aus der Garküche verköstige, ziehe ich am Abend ein Essen in einem Restaurant vor. Wenn immer möglich besuche ich bei Khmer beliebte Gaststätten. Ein Dessert darf es dann auf dem Rückweg wieder gerne aus der Strassenküche sein.

Mit Mr. Buth habe ich in Kampong Cham einen erfahrenen TukTuk-Fahrer gefunden, welcher mich auf einer ganztätigen Tour durch das Umland mitnahm.

In erster Linie leben die Familien von der Landwirtschaft mit dem Anbau von allerlei Gemüse, Früchte und Reis. Auffallend ist, dass in dieser Region mehr Mais als Reis angebaut wird. Es handelt sich dabei vorwiegend um Futtermais für die Fütterung der Tiere. Nachdem der Mekong in der Regenzeit massiv ansteigt und die Felder überflutet, sind die Voraussetzungen ideal für eine Aussaat, oftmals mehr als einmal pro Jahr.

An einigen Stellen wird auch Tabak angebaut. Die Blätter werden geschnitten, wenn die Pflanze eine Höhe von 1 m erreicht. Danach werden diese bis zu 3 Monaten zum trocknen aufgehängt bevor sie dann geraucht werden können. Solche die es sich leisten können, besitzen einen speziellen Ofen dafür, mit welchem eine Trocknung innert Wochenfrist möglich ist.

Per TukTuk und zu Fuss unterwegs ergeben sich die besten Möglichkeiten für Begegnungen. Es sind gerade diese, welche eine Reise wohin auch immer interessant und lebendig machen. In der Regel reichen hierzu ein paar Wörter der einheimischen Sprache schon. Faszinieren tun mich seit je her die traditionellen Khmer-Häuser auf Stelzen.

Wer das erste Mal nach Kampong Cham reist, wird vermutlich nicht abreisen, bevor er die bekannte Bambusbrücke als Verbindung zu einer der Inseln im Mekong überschritten hat. Diese 700 Meter lange und nur mit dem Fahrrad oder zu Fuss begehbare Brücke wird mit jedem Beginn der Regenzeit im Juni vollständig abgebaut und dann nach dem Sinken des Wasserpegels wieder Stück für Stück aufgebaut. Die Auf- und Abbauarbeiten dauern je rund einen Monat.

Wie jede grössere Ortschaft führt auch diese Stadt ein paar schöne Pagoden im Repertoire. Und natürlich ist auch hier einmal mehr unter 200 Stufen nichts zu haben. Bei einer feucht heissen Tagestemperatur von 30 Grad nicht immer einfach. Wenn es schon keine Touristen hat, so leisten mir wenigstens ein paar Affen Gesellschaft. Und spätestens seit jetzt weiss ich auch woher der Begriff Affendurst kommt.

17.01.2021

Wie sagt man so schön, auch ein noch so grosses Übel bietet seine Chancen. Der jetzige Aufenthalt ohne Reisegäste aus der Schweiz gibt mir für einmal ausreichend Zeit, selber wieder etwas in Kambodscha zu reisen. So habe ich also in der vergangenen Woche den Rucksack gepackt und startete zu einer mehrwöchigen Reise durchs Land. Meine Reise führt mich unter anderem an Orte, welche ich vor 15 Jahre bereist habe und welche aufgrund der Lage längere Anfahrtswege mit sich bringen. Zwar war die Planung nicht ganz einfach, da einige Unterkünfte und auch Busverbindungen durch das Wegbleiben der Reisenden zur Zeit gar nicht in Betrieb sind. So starte ich, wie ich es zu Beginn meiner Zeit in Asien getan habe, und organisiere mich laufend von unterwegs. Geplant sind 8 Reiseetappen mit mehrtägigen Aufenthalten. Zweck dieser Reise ist es auch, meine bisherigen Rundreiseangebote zu erweitern oder allfälligen „Wiederholungstäter“ neue Reisevarianten anbieten zu können. Schlussendlich geht es mir aber einfach auch darum, mein Wissen über Land und Leute zu vertiefen, um dies unseren Gästen beim gemeinsamen Reiseabenteuer weitergeben zu können. Gerne nehme ich Euch mit auf diese Reise und berichte in den kommenden Wochen darüber.

Nach all den früheren Rucksackreisen hat mich trotz einigen Jahren Abstinenz wieder richtig das Reisefieber gepackt. Offenbar ist es aber so, dass sich mit dem Alter die Ansprüche etwas ändern. Ich fragte mich nämlich beim Packen des Rucksacks ernsthaft, wie ich diesen für die früheren mehrwöchigen Reisen jeweils gepackt hatte, respektive wie wenig ich dabei haben durfte. Vieles habe ich nun bereit gelegt, musste das eine und andere aber wieder in den Schrank versorgen und machte mich nur mit dem wirklich Nötigen auf den Weg.

1. Etappe (Phnom Penh)

Ziel ist es, auch neue Reisewege auszuprobieren. So legte ich für einmal die Fahrt nach Phnom Penh mit dem Zug zurück. Die Strecke misst 253 Km und die Fahrzeit beträgt inklusive kurzen Halts in Kampot, Kep und Takeo 7 Stunden. Mit einer Zugkomposition aus dem Jahre 1969 und dem nostalgischen Schienentrassee ist eine kürzere Reisezeit kaum zu erreichen. Durch das gemächliche Fahren mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von gerade mal 45 Stundenkilometer lässt sich die vorbeiziehende Landschaft aber so richtig geniessen.

Der Zufall wollte es, dass ich auf meiner Zugfahrt auf den Schweizer Peter Krüsi, zur Zeit ebenfalls arbeitsloser Reiseführer, traf. Er weilte während ein paar Tagen am Meer in Sihanoukville und war auf dem Rückweg zu seinem jetzigen Zuhause in Phnom Penh.

Es ist ja nicht so, dass wir alleine reisten. Die Wagen waren durchaus gut gefüllt. Es scheint, dass auch die Kambodschaner das Reiseangebot gerne annehmen um so kostengünstig ans Ziel zu kommen.

Nachfolgend nun ein paar Impressionen der vorbeiziehenden Landschaft:

Mit dem Erreichen des Bahnhofs Phnom Penh habe ich meine erste Reise-Etappe hinter mich gebracht.

Gerade in städtischen Gebieten hat sich in den letzten Jahren nebst dem bekannten Tuk-Tuk ein weitere Transportmöglichkeit etabliert. Das PassApp basiert auf einer Internetlösung und die Nutzung setzt den Einsatz eines Smartphones mit der entsprechend installierten App voraus. Da es kaum mehr Asiaten gibt, welche nicht ein Smartphone nutzen (Smartphones beim Billiganbieter bereits ab 50.–), ist dies eine tolle Möglichkeit um günstig und vorallem zielsicher anzukommen. Mit dem Start dieser App ortet dieser den genauen Standort des Nutzers. Im Suchfenster gibt man das gewünschte Ziel ein und schliesst damit die Bestellung ab. Darauf hin quittiert einer sich in der Nähe befindliche Fahrer den Auftrag und fährt einem von seinem jetzigen Standort mit Hilfe des digitalen StreckenApps zum fix berechneten Preis an den gewünschten Ort. Für einmal sind so weder Sprach- und Ortskenntnisse noch Preisverhandlungen notwendig. Muss ich also einfach von A nach B ist dieser Einsatz auch für mich grandios. So kam ich nun auch von meinem Zuhause in Sihanoukville an den Bahnhof und in Phnom Penh vom Bahnhof in mein Hotel. Für andere vorallem touristische Fahrten zähle ich dann aber weiterhin gerne auf meine TukTuk-Fahrer. An dieses Fahrerlebnis kommt ein PassApp defintiv nicht an.

Einmal in Phnom Penh angekommen, gibt es für mich auch nach so vielen Jahren nach wie vor Neues zu entdecken. Die Stadt scheint sich fast täglich zu verändern. Schlussendlich sind es aber einfach auch ein paar liebgewonnene Möglichkeiten, die mich in dieser Stadt faszinieren und mir ein Verbleib abwechselnd gestalten lassen. Ein Muss, und dies insbesondere vor einer solchen Reise, ist der Besuch im Wat verbunden mit entsprechender Segnung.

Und natürlich steht dann auch noch der obligate Coiffeurbesuch an. Ob mit, wenig oder ohne Haare ein Erlebnis der besonderen Art, welches ich jedem Reisenden empfehlen würde. Nachdem meine Haarpracht auch bei einem kambodschanischen Haarkünstler nicht allzuviel Zeit in Anspruch nimmt, kann es schon mal vorkommen, dass ich nach mehrmaligem Fragen einer Gesichtsbehandlung zustimme. Gesicht ist ja ausreichend vorhanden und für ganze 4 Dollar soll ich danach um ein paar Jahre jünger aussehen. Na ja….!