Bis zum nächsten Mal

Mit dem heutigen Tag endet eine weitere Saison und Morgen trete ich wieder meine Rückreise in die Schweiz an. Es war uns auch in diesem Jahr gegönnt, interessierten Gästen auf spannenden Rundreisen Land und Leute näher zu bringen und ihnen in unserem Zuhause in Sihanoukville etwas kambodschanischen Alltag zu vermitteln. Die ganze Saison verlief ohne Zwischenfälle und ich durfte mich einmal mehr voll und ganz auf meine kambodschanischen Mitstreiter und Freunde verlassen. Ich bin dafür enorm dankbar!

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im November. Spätestens ab diesem Zeitpunkt gibts dann auch wieder Neuigkeiten aus dem Hause KamboCello.

Gastbeitrag

Fiona & Bruno, 02. – 18.02.2019

Durch die wiederkehrenden Erfahrungs- und Reiseberichte von Cello (Marcel) von ‘seinem’ Kambodscha wuchs in uns die Neugier dieses Land näher kennen zu lernen. Mit grossem Respekt vor einem Land, das wir nicht kannten und Angst vor dem Elend, welches uns dort erwarten würde, reservierten wir trotzdem anfangs 2017 einen Reiseslot, um die Reise im 2019 antreten zu können.

Für uns war es die beste Art, eine für uns komplett neue Kultur kennen zu lernen. Dank Cello durften wir in kurzer Zeit das Land, das Leben und die Leute nah, persönlich und ‘echt’ kennenlernen. Die Kombination aus schweizerischem Organisationstalent und der Unterstützung der einheimischen Kontakte von Cello machte aus dieser Reise ein echtes Erlebnis.

Nach einer längeren Anreise via Hongkong startete unsere spannende und interessante Rundreise durch Kambodscha in der Hauptstadt von Phnom Penh. Nach vier eindrücklichen Tagen, wo wir in die  ‘tiefschwarze und blutgetränkte Vergangenheit der Roten Khmer‘ abtauchten aber auch den Reichtum des Königs mit dem Besuch des Palastes zu Leibe führten, waren sicher auch die Besuche der einheimischen Märkte ein «Highlight». Dort durften wir das einheimische Essen kennenlernen (aber auch die entsprechenden Gerüche inhalieren ;-), die doch um es milde auszudrücken etwas gewöhnungsbedürftig waren.

Mit einem kleinen Reisebus fuhren wir anschliessend nach Battambang weiter, wo unser Aufenthalt mit einer spannenden Bamboo-Train-Fahrt auf den Gleisen startete. In den nächsten Tagen waren die Temperaturen ein stetiges Gesprächsthema da diese tagsüber nur noch selten unter 35°C fielen. So war der Aufstieg zum Wat Banan Temple mit seinen über 350 Stufen eine echt schweisstreibende Angelegenheit. Die beindruckende Ruine hat eine Geschichte die bis ins Jahr um 1000 zurückreicht.

Unmittelbar daneben befindet sich auch eine weitere Gedenkstätte, welche uns nochmals ungläubig und unverständlich bildlich die Geschichte der «Roten Khmer» inkl. deren vielen Killingfields vor Augen führte. 1000e von Khmer wurden Ende der 70er Jahre durch die Roten Khmer verschleppt, auf bestialische Weise gefoltert und getötet. Mit der imposanten ‘natürlichen’ Show, wo mehr als eine Million Fledermäuse um 6 Uhr abends aus einem Cave flogen und über uns hinweg ihre Kurve drehten, konnten wir etwas runterfahren und endete auch das Sightseeing in Battambang.

Am nächsten Tag führte uns unsere Reise weiter nach Siem Reap. Coole Drinks durften am ersten Abend natürlich nicht fehlen. Die nächsten vier Tage mischten wir uns an einheimischen Märkten unter die Leute (aufgefallen sind wir aber doch sehr, da weit und breit keine anderen «Barang’s» zu sehen waren). Wir besuchten Schulen, wo wir herzerwärmend von den Kleinsten begrüsst wurden und uns fast nicht mehr loslassen wollten. Auch der Besuch eines der Floatingvillages war sehr beeindruckend, obwohl zur Zeit der Wasserstand so niedrig ist, dass sich die Boote fast nicht mehr kreuzen konnten. Die Besichtigungen einer Lotusfarm und einer Seidenfarm gehörten auch noch zum Programm.

Eines der Highlights war dann der Ausflug in die historische Stadt Angkor. Beeindruckend war zu sehen wozu der Mensch vor über 1000 Jahren im Stande war. Aus dem Nichts erschuf er zur damaligen Zeit mit den damaligen Mitteln ‘die grösste Weltstadt’. Jedoch holt sich die Natur das Areal in raschen Schritten wieder zurück. Was zu den berühmten Fotomotiven führt. Der grösste Teil dieser Stadt befindet sich nach wie vor von Wäldern bedeckt.

Nach unserem Aufenthalt in Siem Reap ging es dann mit einem Inlandflug weiter zu unserer letzten kambodschanischen Destination nach Sihanoukville, wo wir 6 Tage in der Residenz Kambocello verbrachten. Hier konnten wir das Leben der Khmer hautnah miterleben und am Strand das erlebte Revue passieren lassen.

Wir möchten uns auf diesem Weg nochmals ganz herzlich bei unserem Guide Cello für diese unglaubliche, unzensurierte und authentische Reise durch Kambodscha und die Zeit, die wir in seiner Residenz Kambocello verbringen durften, bedanken.

Der Dank gebührt auch allen unseren Tuk-Tuk-Stammfahrern (Sansan, Rin, Piech und Saoa), sie fuhren uns stets sicher von A nach B und wieder zurück.

Herzlichen Dank auch an Somnang und Zaly, dass wir so herzlich in ihrer grünen Oase aufgenommen worden sind (Heaven on Sihanoukville). Wir fühlten uns dort wie zu Hause und es war für uns ein willkommener Rückzugsort von all dem verrückten und unglaublichen China-Bauboom (die Chinesen planen hier ein ‘New Macau’ aufzuziehen) den stinkenden Abfallbergen und dem dreckigen Staub rund herum.

Auch die köstlichen und typischen Khmer Nachtessen, welche Somnang uns täglich mit viel Liebe auch fürs Detail zubereitete, möchten wir nicht unerwähnt lassen.

Wir werden auf jeden Fall diese Zeit in Kambodscha nie missen und in bleibender Erinnerung behalten.

Bruno & Fiona

Unsere eindrückliche Reise in Bildern:

Phnom Penh, 02.02. – 06.02.2019

Battambang, 06.02. – 08.02.2019

Siem Reap, 08.02. – 12.02.2019

Sihanoukville, 12.02. – 18.12.2019

24.03.2019

Am letzten Sonntag unternahmen Martina & Roger noch einen letzten Tagesausflug mit dem Boot auf die Insel Koh Ta Kiev. Sie nutzten die Überfahrt zum schnorcheln und fischen und so war das Mittagessen auch gleich gesichert. Alles in allem ein erlebnisreicher Tag.

In unserem Hause gibt es ja bekanntlich immer was zu tun und wenn möglich nutzen wir gerne etwas fachliches Knowhow unserer Gäste. Roger, als Elektofachmann, war bereit, unser Haus mit einem kurzen Einsatz etwas sicherer zu machen.

Am Dienstag war es dann soweit, und unsere letzten Saisongäste verliessen uns. Es war eine erlebnisreiche Zeit und wir werden den Aufenthalt von Martina & Roger in guter Erinnerung behalten.

Auch in dieser Saison wurden wir in Sihanoukville immer wieder mit Stromausfällen konfrontiert. Eigentlich nachvollziehbar, wenn man die Bauten und das stetige Bevölkerungswachstum hier verfolgt. Die Stromversorgung der Stadt muss praktisch täglich irgendwie angepasst und erweitert werden. Nun kommt aber dazu, dass Kambodscha, welches den Strom zur Hauptsache mit Wasserkraft erzeugt, durch die lang anhaltende Trockenzeit und zu geringen Niederschlägen während der letzten Regenzeit, mittlerweile zu tiefe Wasserstände hat um die gewohnte Stromleistung zu erzeugen. Der Premierminister hat die Bevölkerung zwischenzeitlich aufgefordert, Strom und Wasser zu sparen und solche, welche einen Generator betreiben, diesen als Backup einzusetzen.

Die teilweise ganztägigen Stromausfälle in den letzten Wochen haben nun auch mich dazu bewogen, unsere letzte Versorgungslücke endgültig zu schliessen und einen japanischen Super-Generator anzuschaffen. Die Handwerker waren erstaunlich schnell bestellt, die Kabel verlegt und der Sicherungskasten zweckmässig angepasst. Jetzt fehlt es nur noch ein wenig am technischen Wissen für einen sorgfältigen Betrieb der Anlage, und so schlage ich mich einmal mehr mit einer englischen Bedienungsanleitung rum, die technischer kaum sein könnte. Der erste Oelwechsel nach ein paar Stunden Betrieb habe ich schon mal hinter mir. Das nächste Mal sieht dann auch dies sicher ein wenig professioneller aus.

Der nächste Stromausfall liess erwartungsgemäss nicht lange auf sich warten und siehe da, alles funktioniert nach Wunsch. Es gab diese Woche keinen Tag, ohne dass das Gerät zum Einsatz kam. Von solchen Problemen sind wir in der Schweiz weit entfernt, und wir sollten uns wahrhaftig glücklich schätzen.

In der Zwischenzeit wurde es nun nicht nur in unserem Hause etwas ruhiger, sondern auch überall sonst hat die Low-Season deutlich Einzug gehalten. Am Sokha-Beach, warten viele leere Liegestühle auf Gäste und in den Strassen und Geschäften herrscht ein weniger emsiges Treiben. Für mich gerade richtig, um noch ein paar Tage gemütlich auszuplempern und mich auf die Rückkehr in die Schweiz vorzubereiten.

Weniger entspannt gehts es nachwievor auf den Baustellen zu und her. Schon bald wird die Regenzeit nämlich kommen und vieles sollte bis dahin wohl noch fertig sein. Bis dahin werden aber noch einige chinesische Gastarbeiter von Schicht zu Schicht gekarrt. Werde dann im November wieder die Baukräne zählen.

17.03.2019

Die letzten Tage der Rundreise gehörten u.a. dem Besuch von Angkor Wat. Auch dort konnten Martina & Roger erneut ihrem Hobby, dem Geocaching, nachgehen. Die Caches sind unmittelbar bei den Tempeln auffindbar und auch aus meiner Sicht gar keine schlechte Art, die Anlagen mal aus einer anderen Optik kennenzulernen. Die spielerische Art liess zumindest für einen ganz kleinen Moment die enorme Hitze vergessen.

Auf dem letzten Tagesausflug in das Heimatdorf meines Fahrers Pich machten wir auch dieses Mal einen Halt bei einer Schule. Vorallem die Schulkinder sind es, die bei einem Besuch von uns ihre helle Freude haben, und des öfteren kommt es zu rührenden Begegnungen. Diesmal lag das Interesse auch besonders auf der Seite unserer Gäste, denn beide sind in der Schweiz als Lehrpersonen tätig und da vermag ein solcher Einblick schon etwas auszulösen.

In Kambodscha können heute nur gerade 74% der über 15jährigen lesen und schreiben. Das ist zwar eine Verbesserung im Lauf der letzten 20 Jahre, liegt aber immer noch deutlich unter dem Durchschnitt aller asiatischen Länder, wo heute immerhin 91% der Menschen lesen und schreiben können.

Seit den 1980er Jahren versucht man das Bildungssystem wieder neu aufzubauen. Das Gesetz schreibt in Kambodscha vor, dass Kinder über neun Jahre zwar kostenfrei in eine Schule gehen dürfen, doch Bücher und Schuluniformen müssen trotzdem von den Eltern bezahlt werden. So haben manche Kinder oftmals nur Hefte und nicht einmal ein Buch. Eine eigentliche Schulpflicht gibt es in Kambodscha aber nicht und deshalb arbeiten in ländlichen Gegenden die Kinder nicht selten bei ihren Familien auf den Reisfelder anstatt eine Schule besuchen zu dürfen.

Die von uns besuchte Schule beinhaltet Kindergarten, Grundschule sowie die Sekundarstufe und lässt die dort lebenden Kinder wenigstens eine ordentliche Grundausbildung absolvieren.

Mit dem Flug von Siem Reap nach Sihanoukville fand am Dienstag die Rundreise ihren ordentlichen Abschluss und unseren Gästen war ab sofort wieder eine freie und individuelle Tagesgestaltung beschieden. Etwas Erholung kann nach so einer Reise nur gut tun, und unterscheidet sich je nach Gast. Während sich die einen auch tagsüber sehr gerne in unserer Lounge aufhalten,

suchen andere nebst dem Suchen der Geocaches in Sihanoukville (es hat immerhin deren 2) das Abenteuer auf einer der Inseln und erkundschaften diese gerne mal etwas Offroad. Ein Khmer-Enduro muss dabei genügen.

Aber auch Roger kann es zwischendurch mal etwas ruhiger nehmen. Sei dies beim gemeinsamen Spiel mit Zaly oder dann bei der Unterstützung bei dessen Hausaufgaben.

Ruhiger gehts fast nicht….!

10.03.2019

Man darf ruhig sagen, dass sich auch Martina & Roger bereits in der ersten Woche unserer Reise sehr gut an die Verhältnisse hier in Kambodscha gewöhnt haben. Nicht selten bedarf es nämlich ein paar Tage, um sich auch an die kulinarischen Besonderheiten des Landes heran zu tasten. Mit Umsicht wähle ich ich hierzu unterschiedliche Verpflegungsorte aus und führe meine Gäste so sukzessive an die hiesige Küche heran.

Unsere jetzigen Gäste legten diesbezüglich nur wenig bis gar keine Berührungsängste an den Tag. Nur wenige Stunden ihrer Anwesenheit vergingen, und die Beiden hatten bereits frittierte Kakerlaken, Maden und Tarantel verzehrt und in einem Restaurant je einen ganzen Frosch verspiesen. Ich lobe mir natürlich eine solche Offenheit gegenüber fremder und unbekannter Speisen, solche Delikatessen stehen aber definitiv nicht auf dem Speiseplan meiner Rundreisen.

Obschon die Programmpunkte meiner Rundreise in etwa gegeben sind, legen wir Wert darauf, auf persönliche Interessen unserer Gäste so weit wie möglich Rücksicht zu nehmen und auch schon den einen oder anderen Programmpunkt mal zusätzlich einzubauen. So beschäftigte ich mich auf meinen bisherigen Reisen bereits mit Rundflügen eines Ultraleichtfliegers, organisierte einen Zoobesuch, oder hatte mich über Einsatzmöglichkeiten einer Drohne Gedanken zu machen. Mit der Anreise von Martina & Roger war mir bewusst, dass ich mich nun auch mit dem Thema Geocaching zu beschäftigen habe.

Geocaching, wie bitte?

Geocaching ist im Grunde genommen nichts anderes als eine Schnitzeljagd, nur dass sich die Spielutensilien der heutigen Zeit angepasst haben und dem Ganzen somit einen modernen Touch verleihen.

Genau wie bei einer Schnitzeljagd wird beim Geocaching ein Gegenstand versteckt, den die Mitspieler zu suchen haben. Dieser Gegenstand liegt zusammen mit einem Logbuch in einem Behälter, dem sogenannten Geocache. Der Geocacher, der etwas versteckt hat, trägt diverse Hinweise zum Versteck in eine Datenbank ein, und anhand dieser Daten versuchen Mitspieler den Cache aufzuspüren. Dazu gelangen u.a. GPS-Koordinaten auf dem Smartphone zur Anwendung.

Die Verstecke können sich überall befinden – mitten in der Stadt, im Wald, in einem See oder auf einem Berg. Findet man den Cache, trägt man sich in das Logbuch ein. Die Spieler dokumentieren (einige mit Fotos). dass sie das Versteck geortet haben. Anschließend verstecken sie den Cache wieder so, wie sie ihn gefunden haben, damit andere Mitspieler ebenfalls die Chance haben, ihn zu finden.

Laut der Datenbank des größten Geocache-Verzeichnisses existieren heute weltweit insgesamt über 3 Mio aktive Geocaches und dies mIt Ausnahme von Nord-Korea in jedem Land der Welt. In der Schweiz befinden sich aktuell etwas mehr als 30’000 solche Caches und selbst in Kambodscha sind es immerhin deren 80. Offenbar hat diese Aktivität gewisses Suchtpotential, denn nur so ist erklärbar, warum meinen jetzigen Gäste, welche mit bisher über 10‘000 geloggten Caches zu den aktiveren Cacher der Schweiz gehören, auch auf ihrer jetzigen Kambodscha-Reise einige solche Geocaches suchen möchten. Während andere sich eine mittägliche Siesta gönnten, hat Roger bereits im Verlauf der ersten paar Tage einige Caches erfolgreich gesammelt. Die Energie, welche ein solches Hobby frei setzt ist schlicht bewundernswert.

Natürlich sind wir diese Woche aber auch gereist, und dies auf unserer gewohnten Route von Phnom Penh nach Battambang und weiter nach Siem Reap, wo wir bis zum Dienstag noch verweilen.

Das Beladen eines Reistransportes gehört nicht zum Pflichtprogramm….

… Hilfe ist aber stets willkommen

Mein Fahrer Pich, auch in der Kaffeepause ein verlässlicher Partner.

Das Thermometer klettert auch auf dieser Reise des öfteren an die 40 Grad Grenze. Grund genug, vorallem die letzten Tage nun in Siem Reap soweit möglich etwas gemütlicher anzugehen. Was natürlich nicht heissen will, dass es sich die Gäste nehmen lassen, trotz der nachmittäglichen Hitze noch weitere Caches aufzuspüren.

Die Zeit weiss ich ganz gut zu überbrücken

O3.03.2019

In der Schweiz sind wir ja schnell mal der Auffassung, dass sich die Menschen heutzutage etwas gar viel mit ihrem Smart-Phone anstatt mit ihrer realen Umgebung beschäftigen. Wohl nicht zu Unrecht spricht man dann auch von einer Handy-Sucht. Hält man sich in asiatischen Länder auf, wird einem aber schnell mal klar, dass hier in dieser Beziehung noch viel extremere Verhältnisse herrschen. Handy’s aller Art und Preisklassen stellen ein absolutes Grundbedürfnis für arm, reich, jung und alt dar. Schon Kinder werden früh mit dem Smart-Phone „glücklich“ gemacht.

Printmedien werden praktisch nicht konsumiert, sondern man orientiert sich in Stadt und Land primär an den Posts in Facebook und Co. Es gibt im Land wohl kein Autounfall, Verbrechen oder eine politische Entscheidung die nicht hunderfach gepostet wird. Wer einmal eine Facebook-Freundschaft mit einem Khmer eingegangen ist, kann gut nachvollziehen was ich meine. Beeindruckend ist aber, dass die Menschen es trotzdem schaffen, überall und stets ein ausgeprägtes und persönliches Miteinander auf sehr herzliche Art zu pflegen. Man ist gerne in Gesellschaft und widmet sich dem persönlichen Austausch. Dies auch unter fremden Menschen, was in unseren Gefilden mit dem Einzug der elektronischen Medien etwas untergeht.

Mittlerweile möchte natürlich auch ich nicht mehr auf die vielseitigen Dienste eines Smart-Phones verzichten und es erleichtert mir meine Arbeit ungemein. Wenn es aber um die Kommunikation in Kambodscha geht, begnüge ich mich sehr gerne mit meinem vor Jahren gekauften Nokia-Knochen und fühle mich ohne all den Schnickschnack nicht mal unglücklich.

In den letzten Tagen ist es in Sihanoukville übrigens etwas ruhiger geworden. Die Hochsaison scheint doch langsam zu ende zu gehen. Es sei denn, es legen die grossen Kreuzfahrtschiffe Aida, Costa, Regent und wie sie alle heissen im Hafen an und lassen Hunderte Passagiere an Land, welche auf ihrer Kreuzfahrt auch etwas von Kambodscha sehen möchten. In diesem Monat waren es bereits 5 solche Ankünfte.

Mit etlichen Reisecars im Konvoi startet dann der Landgang mit einer Fahrt ins Zentrum, wo nebst einer Pagode auch der lokale Markt besucht wird. Bei den sonst schon knappen Verhältnissen auf den Strassen, verursacht dieser Ausflug nahezu ein Verkehrskollaps. Ganz zu schweigen in den Gängen des Marktes, wo zudem in dieser Stunde dann auch gerne die doppelten Preise für Früchte und Kleider verlangt werden. Nach einem kurzen Fotostopp am Löwenkreisel, einem der Wahrzeichen von Sihanoukville, gehts dann noch für ein paar Stunden zum verweilen ins Sokha-Beach Resort, wo die Gäste nebst Verpflegung und Getränke auch ein schönes Plätzchen auf der Promenade erhalten, um das zu tun, was sie vermutlich auf dem Schiff auch schon tun, nämlich konsumierend auf das Meer zu blicken. Eine ältere Reisende hat mir mal gesagt, dass sie sich Kambodscha irgendwie anders vorgestellt habe…

Inzwischen habe ich mich nun wieder auf den Weg nach Phnom Penh gemacht, um meine letzten Gäste dieser Saison in Empfang zu nehmen. Auch diese wollen ja etwas von Kambodscha sehen.

Die Ankunft von Martina und Roger hat schon mal bestens geklappt, und besonders gefreut habe ich mich über den kulinarischen Gruss aus der Schweiz. Die Servelats haben den Tag übrigens nicht mehr überlebt.

Ich freue mich nun auf den Rundreisestart mit Martina & Roger. Der erste Abendspaziergang schmeckte schon mal hervorragend.

24.02.2019

Die Kinds- und Jugendjahren von Somnang schreiben eine ganz eigene und eher tragische Geschichte und ich schätze mich daher umso glücklicher, dass es das Schicksal wollte, dass ich Somnang und seinem Sohn Zaly ein glücklicheres Leben und eine etwas bessere Zukunft ermöglichen kann. Ohne Familie aufwachsen zu müssen ist gerade in Länder wie Kambodscha keine einfache Angelegenheit.

Vor wenigen Wochen hat Somnang eher zufällig erfahren, dass er eine etwas jüngere Halbschwester hat, welche zwischenzeitlich verheiratet ist. Ursprünglich auch im Heimatdorf von Somnang aufgewachsen, sind diese Beiden wie viele andere Khmers aus den Provinzen im aufstrebenden Sihanoukville auf Arbeitssuche. Alleine die Wohnungssuche ist nicht ganz einfach.

Somnang und ich haben nun entschieden, unsere KamboCello-Familie auf unbestimmte Zeit zu vergrössern, und seine Schwester und ihren Ehemann auch in unserem Hause aufzunehmen. Ausreichend Platz ist im Hausteil von Somnang vorhanden und die Beiden haben sich zwischenzeitlich auch schon bestens in unseren Alltag integriert. Besonders toll, dass sie auch bereits ein Jobangebot in einem der vielen Casinos erhalten haben, die positive Seite der Entwicklung in unserer Stadt.

A propos unserem Zuhause, mittlerweile sind auch in unserer direkten Nachbarschaft weitere Baumaschinen aufgefahren. Die Nachbarhäuser werden um 1 Stockwerk erhöht und auf der letzten kleinen unbebauten und bisher mit Bananenbäumen bestückten Wiese entsteht seit dieser Woche ein 5stöckiges Wohngebäude. So wie es aussieht, sind hier aber nicht Chinesen sondern Einheimische am Werk und so beschränken sich die Arbeiten wenigstens auf die Tageszeit. Bin schon gespannt, wie dies unsere eher magere Zufahrtstrasse so verkraften wird.

Des öfteren wird unser Zuhause als Oase in der Stadt bezeichnet. Die Luftaufnahmen von Bruno bestätigen, dass dies gar nicht so falsch ist.

Für mich selber startete diese Woche nach der Abreise von Fiona und Bruno wieder der normale Alltag. Nicht nur in der Schweiz, sondern auch hier kann es gute und schlechtere Tage geben. Ein schlechter Tag muss es wohl sein, wenn am Morgen früh die Waschmaschine streikt und man sich mit dem Motorrad in der Stadt nach einem Servicetechniker umschaut (was ja alleine schon kein einfaches Unterfangen darstellt) und sich dann zum Dank beim zurück fahren noch einen Platten einfängt.

Als kleine persönliche Belohnung musste es danach ein vom Sokha-Hotel frisch zubereiter Salat mit einem Kräuterdressing sein. Damit sah der Tag schon viel besser aus, und einem kulinarischen Heimweh war erst noch vorgebeugt.

Gastbeitrag

Christine & Markus, 02.01. – 22.01.2019

Vor knapp 3 Jahren reserviert, war es für uns am 2.1.2019 soweit. Unsere erste Asienreise führt uns zu Marcel nach Kambodscha. Schon soviel von ihm über dieses Land gehört, durften wir jetzt endlich selber hinfliegen. Wir sind viel in Europa mit dem Wohnmobil unterwegs und dementsprechend reiseerprobt. So eine weite Flugreise in einen ganz anderen Teil der Welt, das ist aber etwas ganz anderes und kann auch Zigeuner wie uns etwas nervös machen. Mit viel zu viel Gepäck um sicher auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, machten wir uns blauäugig auf den langen Weg.

Alles lief bestens und wie abgemacht hat uns Marcel im Kaffee vor dem Flughafen in Phnom Penh bei angenehm warmen, aber nicht zu heissen Temperaturen erwartet. Von der ersten Minute an haben wir uns in seiner Begleitung wohlgefühlt und konnten uns ganz beeindruckt den vielen fremden Eindrücken hingeben. Schnell hat sich bestätigt, was für uns vor 3 Jahren den Ausschlag gegeben hat, diese Reise zu machen: Eine Gruppenreise kommt für uns nicht in Frage. Den Aufwand, eine solche Reise selber zu planen und zu schauen, was man alles gesehen haben will, wollen wir aber auch nicht aufbringen. Als Backpacker unterwegs sein, ist auch nicht zu oberst auf der Prioritätenliste. So ist eine geführte Reise zu zweit mit Marcel als Reiseleiter der perfekte Kompromiss zwischen individueller und geführter Reise. Schnell und unkompliziert ist zu Dritt der nächste Treffpunkt, ein Zeitpunkt oder die Beiz bestimmt. Alle Transporte sind organisiert und der Fahrer weiss Bescheid, weil er die Reise mit Marcel schon einige Male gemacht hat. Viele kleine und feine Programmpunkte sind in die Reise eingebaut, die man als Gruppen- oder individualreisender kaum zu Gesicht bekommt und nur möglich sind, weil Marcel in seinen vielen Jahren in Kambodscha so viele Kontakte knüpfen konnte. Und trotz vollem Programm bleibt Zeit für individuelle Vorlieben und Wünsche, auf die Marcel gerne eingeht.

Nach 10 Tagen Rundreise dachten wir dann, alles Landestypische gesehen, gehört und gerochen zu haben, sodass einen nichts mehr erschüttern oder zum Staunen bringen kann. Aber da hat man nicht mit Sihanoukville gerechnet. Eine Stadt, in der kein Stein auf dem anderen bleibt und die China nach dem Motto «schneller, weiter, höher» mal kurz zum asiatischen Las Vegas umbaut. Lärm, Staub, Dreck, Lastwagen, Bauarbeiter ohne Ende und mittendrin, hinter dem blauen Tor, eine grüne Oase die seines gleichen sucht: Das zu Hause von Marcel, Somnang und Zaly. Eine Woche, in der man sich wie zu Hause fühlt, herzlich willkommen und geschätzt ist, wunderbar bekocht wird und die wir keinesfalls missen möchten. Und 10 Minuten entfernt, durch das vorbeschriebene Getümmel der Stadt, das Sokha-Beach-Resort mit weissem Strand, Cocktail Bar, Strandrestaurant und SPA. Die zweite (und diese Aufzählung ist für die nächsten paar Jahre wahrscheinlich abschliessend) Oase dieser Stadt im Süden des Landes. Die volle Dröhnung Asien bekommt man hier zum Abschluss der Reise nochmals gratis serviert. Es ist einfach der Wahnsinn, was wir Menschen auf die Beine stellen (müssen?).

Unser Heimweg führte uns dann noch über das blitzsaubere Singapur. Ein Kulturschock. Nicht nur, weil wir Stunden vorher für ein Bier noch $1 bezahlt haben und in Singapur dann 11, sondern weil man überall vergebens nach Plastikmüll Ausschau hält. Jedoch sollte der Schock bei der Ankunft in Zürich noch grösser ausfallen. 3 Grad sind einfach zu kalt und schon haben wir sie vermisst, die tolle Zeit in Kambodscha.

Christine & Markus

17.02.2019

Die jetzige Jahreszeit verspricht in Kambodscha trockenes und heisses Wetter und somit eigentlich auch optimale Reisebedingungen. Könnte man es sich aber aussuchen, hätten wir uns für den Aufenthalt in Siem Reap und insbesondere den Tagesausflug zu den Tempeln von Angkor am letzten Sonntag gerne etwas tiefere Temperaturen als feucht heisse 36 Grad gewünscht. Dafür schien es aber den Anschein zu machen, dass die Tempeln an diesem Tag von deutlich weniger Leuten besucht wurden. Obschon es zum Sonnenaufgang auch dieses Mal nicht an Menschen mangelte, war das Durchkommen danach deutlich einfacher als noch auf der letzten Reise. Wir hatten den Tag in Angkor gut gemeistert und unsere Gäste durften am Abend mit vielen schönen Fotoaufnahmen ins Hotel zurück fahren. Die Freude auf eine kühle Dusche war entsprechend gross.

Ein nicht minder schönes Erlebnis war der Besuch der Lotus- und Seidenfarmen in der Gegend von Siem Reap. Nun war es auch erstmals Zeit für den Einsatz von Bruno‘s Drohne, welcher für einmal einen ganz anderen Blick ermöglichte.

Söll emol cho!

Und das Video noch dazu:

Zum Abschluss der Rundreise folgte noch der Ausflug in ein etwa 15 Kilometer entferntes schwimmendes Dorf. Auch dieser Besuch hat sich trotz den etwas heisseren Temperaturen und dem zwischenzeitlich tiefen Wasserstand in jeder Hinsicht gelohnt. Der Weg dort hin und zurück wie gewohnt etwas gar staubig.

Am Dienstag folgte der Flug nach Sihanoukville und unsere Gäste konnten sich seither noch ein paar Tage in unserem Hause erholen. Hierzu gehörten wie fast immer Strandaufenthalte, einem „Sightseeing“ durch die Wirren der Massen von chinesischen Bauprojekten und gemütliche Abendstunden in unserem Garten.

Bei diesen Strassen macht auch schon mal mein Fahrdienst schlapp

Ich selber bin noch nicht vollständig im Chill-Modus angelangt. Nach der Rückkehr fallen in der Regel noch einige Arbeiten an. Schliesslich ist eben nach der Rundreise auch vor der Rundreise.

Morgen Montag werden uns Fiona und Bruno Richtung HongKong verlassen. Wir haben die Zeit mit Ihnen sehr genossen und wünschen den Beiden eine gute Weiterreise und Rückkehr in die Schweiz.

Pfeffer aus Kampot

Wer schon einmal den edlen Kampot Pfeffer versucht hat, wünscht sich in der Regel kein anderer mehr. Nicht umsonst gehört dieser zu den weltbesten Sorten und ist besonders bei Feinschmecker beliebt.

Natürlich haben wir nebst dem ungemahlenen Pfeffer auch weiterhin unsere eigene Hausmischung im Angebot (Pfeffer/Salz-Mischung aus der Region von Somnang hergestellt).

An Alle, die entweder Nachschub benötigen oder diesen erstmals versuchen möchten, gelangt man mit nachstehendem Link direkt zu weiteren Informationen und zur Bestellung. Bereits eingegangene und neue Bestellungen werden in den Monaten April/Mai ausgeliefert.

Wir freuen uns, ein tolles kambodschanisches Produkt in unserem Umfeld bekannt zu machen.

Zur Bestellung

Den Pfeffer beziehen wir aus einer kleineren uns bekannten Pfefferfarm in der Region. Der Familienbetrieb freut sich über den Zuspruch aus der Schweiz.