Streetfood

Dass ich mich in diesem Land fast ausschliesslich der lokalen Kost hingebe, gehört zu meinem Lifestyle, und bin bis anhin auch ganz gut damit zurecht gekommen. Obschon, auch das heimische Angebot hat seit dem gestiegenen Tourismusaufkommen gewisse Veränderungen erfahren oder anders gesagt, es sind andere weltliche Einflüsse dazu gekommen, welche den Speiseplan etwas bereichern. Erfreut sich vor allem die jüngere Generation Kambodschas mittlerweile auch mal an Pizzen und Burger, so sind es für Asienfans wie mich doch eher die Einflüsse der chinesischen, koreanischen und indonesischen Küche, welche ab und zu mein Interesse wecken. Die umliegenden Länder wie Thailand, Laos und Vietnam sind ja bereits seit vielen Jahren kulinarisch vertreten und einzelne Gerichte lassen sich teilweise gar nicht mehr nur einem einzigen Land zuordnen.

Der wesentliche Unterschied zur Schweiz liegt aber meines Erachtens darin, dass hier in der Regel das angeboten und gegessen wird, was aktuell Böden und Kulturen her geben, und spätestens bei einem Gang durch den Markt auch Laie erkennen, welche Produkte Saison haben. Nicht nur die Vielfalt sondern auch die Frische der Produkte lassen für mich ein Marktbesuch stets zu etwas Besonderem werden.

Einfacher und sehr lokal geht es beim Streetfood zu und her. Die Angebote der vielen Garküchen unterscheiden sich, wenn auch nicht immer so eindeutig. Am besten heisst es hier einfach versuchen um sich seine persönlichen Favoriten zu küren. Gerne bediene ich mich vorallem tagsüber von diesen Angeboten. Ein frisch zubereitetes „Fried Noodle“ oder auch ein „Fried Rice“ geht sowieso immer, und wenn es dann noch mit frischen Meeresfrüchten angereichert wird, sowieso.

Nicht selten darf es für mich aber auch einfach ein gedämpfter Maiskolben sein, auch wenn sich danach die Zahnreinigung etwas mühsamer gestaltet. Die Einheimischen lieben diese Art der Zwischenverpflegung und man trifft sie überall.

Und da bin ich folglich auch wieder mal bei meinen geliebten Suppen aller Art angelangt. Dabei meine ich nicht primär eine Instant-Nudelsuppe, sondern eine solche, die mit sehr viel Liebe und Zeit von der Köchin zubereitet wird und so allerhand enthalten kann. Am Schluss dann noch die Nudeln rein und fertig ist die Herrlichkeit. Viele Garküchen bieten derartige Kost und dabei gehört eine der traditionellsten Suppen überhaupt zwischenzeitich sogar zu einer meiner Favoriten, genannt „Num Banh Chok“

Die gelb-grüne Suppe, die in Kambodscha mit frischen Reisnudeln serviert wird, besticht durch ihre Leichtigkeit, mit einer angenehmen Mischung aus süssen, salzigen, sauren aber auch scharfen Geschmacksnoten.

Sehr oft findet man diese auch an Feierlichkeiten und Zeremonien auf dem Speiseplan und mittlerweile weiss sogar ich, was da genau drin enthalten ist. Es sind dies nämlich frische Kräuter wie Kaffirlimettenblätter, Thai-Basilikum, Koriander und Pfefferminzblätter sowie Gemüse wie Morning Glory und Wasserspinat. Mitgekocht wird in der nicht vegetarischen Variante Fisch (meist Wels oder Tilapia). Nicht zu vergessen Gewürze wie Zitronengras, Kurkuma, Galgant, Knoblauch und Schalotten. Um den Geschmack noch ein wenig zu intensivieren wird auch noch etwas Fischpaste beigemischt. (Ich versuche mir beim Essen einfach vorzustellen, dass diese Fischpaste schön verpackt von irgendwo auf der Welt herkommt und nicht von der Fischpastenfabrik, die wir jeweils mit unseren Reisenden besuchen….!). Ganz am Schluss gibts noch einen Schuss Kokosmilch und für die Farbgebung etwas grüner Curry oder frischer grüner Chilli dazu.

Serviert wird die Suppe heiss und dies dann eben mit frischen Reisnudeln und etwas Gemüse wie Bohnen, Soyasprossen und Gurkenstreifen. Wirklich ein Genuss und einfach nur eines, nämlich gesund!

Man kann Landschaften betrachten, Menschen beobachten und Strassen durchqueren – doch erst am Teller, mit den Aromen, Gewürzen und Gewohnheiten eines Landes, beginnt das Verstehen mit allen Sinnen.

Dies mein Reiseverständnis, auch wenn es dann zwischendurch mal ein Imodium als Zugabe braucht. Auf Rundreisen bin ich heute aber aus rein praktischen Gründen nicht mehr ganz so experimentierfreudig wie früher, oder besser gesagt, ich weiss heute in der Regel sehr gut was und wieviel es für mich persönlich leiden mag.