Mondulkiri

Um es vorwegzunehmen, wir wurden auf unserer Reise von den kräftigen Regenfällen und Stürmen, wie sie aktuell in Südostasien auftreten, verschont. Zwar verspürten wir gerade in den letzten Tagen entlang der Grenze Vietnams viel Wind und etwas kühlere Temperaturen, der Regen selber setzte wenn dann in der Nacht ein, was uns nicht weiter behinderte. Wir hatten für eine solche Reise die richtige Kleidung im Gepäck und das nötige Glück. Wir sind dankbar dafür.

Den Abschluss der jetzigen Reise bildete in den vergangenen Tagen die Provinz Mondulkiri mit ihrem Hauptort Sen Monorom.

Naturliebhaber kommen hier voll und ganz auf ihre Rechnung, und eigentlich wäre dies alleine schon Grund genug, diesen Ort für ein paar Tage aufzusuchen, wenn er denn nicht gar so weit von Phnom Penh entfernt wäre. Für die Zurücklegung der 370 Km benötigt man ab Phnom Penh rund 7 Stunden. Dies zwar mittlerweile durchaus auf guten Strassen aber kurvenreich und auch von grösseren Transportfahrzeugen befahren, welche das Vorwärtskommen verlangsamen. Wir kommen auf unserer Tour aber aus dem Norden und die Fahrt aus der nördlichsten Provinz Ratanakiri nach Sen Monorom gestaltet sich mit knapp 3 Stunden als deutlich angenehmer und landschaftlich auch ziemlich unberührt.

Auch an diesem Ort pflegen wir uns in einer für unsere Reise angemessenen Lodge niederzulassen. Die „Nature Lodge“ liegt etwas ausserhalb des Zentrums auf einer Anhöhe und besticht nebst ihrem Ambiente durch eine ruhige Lage, wo es sich ganz gut aushalten lässt. Die etwas tieferen Temperaturen tragen das ihre dazu bei.

In Bungalows verstreut auf einem grossen naturbelassenen Gelände teilt man den Aufenthalt mit Pferden und anderen Tieren. Im Aufenthaltsbereich der Lodge leisten einem ein paar Katzen und Hunde Gesellschaft, nur gerade den Pool selber hat man alleine für sich und lädt zu einem erfrischenden Tagesabschluss ein.

Der Bousra-Wasserfall ist der bekannteste und gleichzeitig der grösste Wasserfall in Kambodscha. Dieser liegt 43 Km ausserhalb von Sen Monorom und ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Gegend. Entsprechend ist dieser Ort auch ausreichend mit Restaurants, Souvenierständen und Picknick-Gelegenheiten ausgestattet.

Die Gegend um den Wasserfall ist gleichzeitig die Heimat der indigenen Gemeinschaft „Bunong“. Dieses Volk ist für ihre traditionelle Lebensweise und Verbundenheit mit der Natur bekannt. Der Wasserfall gilt für sie als heiliger Ort, an welchem Naturgeister wohnen sollen.

Für uns Reisende ist der gut erschlossene Wasserfall ein besonderes Naturschauspiel, welches es einfach zu geniessen gilt.

Auf dem Rückweg legen wir unser Augenmerk auf die unterschiedlichsten Plantagen entlang der Strecke. Besonders in grosser Anzahl werden in dieser Region die bei Asiaten so beliebten Durians angebaut. Glaubt man der Aussage der Einheimischen, so hat die Provinz Mondulkiri Kampot als vormals bekannte Haupstadt der Durians schon längst abgelöst und die Früchte würden aus dieser Gegend weit besser schmecken als eben die aus Kampot. Für uns westliche Besucher kaum nachvollziehbar, denn Stinkfrucht bleibt Stinkfrucht, egal woher sie kommt. Bei der letzten Reise anfangs 2025 bekamen wir für einmal auf einer einzigen Plantage gleich alle Stufen des Reifegrades einer Durian zu sehen.

A propos Kampot, auch hier im Osten des Landes wird viel Pfeffer angebaut, eine Pfefferplantage reiht sich an die andere. Dieser Pfeffer ist zwar ebenso sehr fein, ist jedoch defintiv nicht mit dem Produkt aus dem südlichen Kampot zu vergleichen. Für ein Spitzenergebnis ist nicht nur der Boden entscheidend, sondern auch die klimatischen Verhältnisse insbesondere die salzhaltige Meeresbrise. Die in Mondulkiri anzutreffenden Plantagen unterscheiden sich aber hinsichtlich Anbauform und Ernte nicht von solchen in Kampot.

Was aber ganz und gar zur Provinz Mondulkiri gehört, ist der Kaffeeanbau. Dieser hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Auch hierfür sind die kühlen Höhenlagen und die fruchtbaren Böden in tropischem Klima beste Voraussetzungen. Angebaut werden insbesondere die Sorten Arabica und Robusta.

Der Kaffee aus Mondulkiri hat durch die steigende Nachfrage an Spezialitätenkaffees das Potential auch auf internationalen Märkten wettbewerbsfähig zu sein. Der Kaffeeanbau in Kambodscha steht jedoch in Konkurrenz zu Ländern wie Vietnam und Laos, die über weit grössere Produktionen und etabliertere Infrastrukturen verfügen.

Mich als Kaffeejunkie, begleitet auf meinen Reisen ein aromatisches Khmer-Coffee aus einheimischem Anbau schon längere Zeit und ich bin ehrlich gesagt ganz froh darüber, einen solchen mittlerweile an allen Ecken im Land anzutreffen. Der Pulverkaffee von Néscafé ist und bleibt auf Reisen da eher die Notlösung.

Am Freitag beendeten wir unsere jetzige Rundreise mit einem Abschluss in Phnom Penh, bevor unsere Gäste am gestrigen Tag mit vielen Erlebnissen im Gepäck ihre Rückreise in die Schweiz antraten und ich wieder wohlbehalten in meinem Zuhause in Sihanoukville eingetroffen bin.

Jacqueline und Mauro wollten bei ihrer zweiten Reise mit uns vertieft in das Leben der Kambodschaner blicken. Wir denken, das konnten sie tun, und dies nicht zu knapp. Es war uns ein Vergnügen sie begleiten zu dürfen.