Nach meiner Pause in Sihanoukville machte ich mich bereits vor einer Woche wieder auf den Weg zurück nach Phnom Penh um die letzte Tour in diesem Jahr zu starten.

Der aktuelle Konflikt mit Thailand hinterlässt auch in der Hauptstadt seine Spuren. Die ansonsten in dieser Hauptreisezeit gut mit Touristen gefüllte Stadt, erinnert mich schon fast ein wenig an die Situation während der Pandemie. Es geht deutlich ruhiger zu und her und der starke Zusammenhalt der Bevölkerung während dieser belastenden Zeit wird noch sichtbarer. Öffentlich durchgeführte Gebetszeremonien sind auch hier eine von vielen solchen Momenten.


Die Bevölkerung wird gleichzeitig aufgerufen, den durch das Gefecht vertriebenen und notleidenden Landsleuten, aktuell rund 400’000 Menschen, in Form von Lebensmittelspenden zu helfen. Überall im Land sind solche Sammelzentren eingerichtet und werden rege genützt. Durch die Initiative von Somnang konnte auch unser Haus dank Beiträgen weiterer Personen den Bedürftigen bislang Lebensmittelspenden von etwas mehr als 1’000 Kilo Reis zukommen lassen. Für mich fühlt sich dies ein wenig wie Weihnachten an – dies einfach ohne Glanz und Glimmer.



Seit ich alljährlich für ein paar Monate meinen Bürostuhl in der Schweiz unter den Tisch schiebe, um interessierten Reisenden das entfernte Kambodscha zu zeigen, gibt es KamboCello. Genau so lange darf ich während meinen Abwesenheiten bei Bedarf auf mein „Backoffice“ in der Schweiz zählen. Ein solches ist vonnöten, sollte es Fragen oder Schwierigkeiten irgendwelcher Art geben, welche nur in der Schweiz selber gelöst werden könnten. Jemand der da ist, welcher anpackt und Fäden zieht, wenn es drauf ankommt. Wir sind froh, gibt es Rafi, der von Beginn weg dazu beiträgt, dass unser Laden hier so läuft wie er läuft.
Seit letzten Sonntag ist es für einmal etwas anders. Seit diesem Tag ist nämlich auch dieses KamboCello-Backoffice ausgeflogen und befindet sich aktuell mit seiner Familie in unserer Obhut in Kambodscha. Für Rafi bereits sein zweiter Aufenthalt.

Die ersten Tage in Phnom Penh absolvierten wir gemeinsam und ich durfte sie in dieser Zeit auf den etwas anderen Alltag in Kambodscha einstimmen. Besuch von Märkten, dem Königspalast, Rooftopbars, Flussfahrt und eine Portion kambodschanischer Essenskultur gehörten zum Programm. Dies mit bester Unterstützung unseres TukTuk-Fahrers Leinn, welcher bei grösseren Fuhren für unseren Hauptfahrer Sansan einspringt, und nicht nur rein äusserlich voll auf meiner Linie ist.











Seit ein paar Jahren führen wir nebst den normal geführten Touren auch sogenannte „Selfguided“-Touren im Programm. Dies sieht vor, dass wir diese Touren zwar wie gewohnt organisieren, jedoch diese nicht von mir selber, sondern alleinig durch das Fahrerteam begleitet werden, während ich aus Sihanoukville quasi im Homeoffice die Touren verfolge und unterstütze soweit es überhaupt notwendig wäre. Das Konzept hat sich bislang bewährt und wird nun für einen Teil der Reise auch von unseren aktuellen Gästen genutzt. Mitte Woche haben Rafi, Marion und ihre beiden Söhne ihre Reise rund um den Tonle Sap-See mit Halt in Battambang und Siem Reap und wieder zurück nach Phnom Penh eigenhändig fortgesetzt.

Ich selber bin währenddessen wieder nach Sihanoukville zurückgekehrt, wo ich für ein paar Tage mein Zuhause geniesse und etwas Alltag mit meinem Umfeld hier verbringen kann. Nach vielen Reisetagen eine geschätzte Abwechslung und ein paar Ruhetage schaden ebenso wenig.
Mitte Woche erwarten wir unsere Gäste zum Abschluss ihrer Tour im südlichen Kampot. Ich werde zeitig dort hin reisen, um sie zum Schluss noch selber begleiten zu können.
In der Zwischenzeit wünsche ich allen aus meiner Heimat friedliche und besinnliche Weihnachtstage. Die Kambodschaner feiern bekanntlich keine Weihnachten – dekorieren lieben sie aber über alles.

