Der Weg, auch ein Ziel

Siem Reap blieb unseren jetzigen Gästen Jacqueline und Mauro während des letzten Aufenthalts noch etwas schuldig. Dies der Grund, dass wir diese Reise für einmal an diesem Ort starteten. Zum einen wollten die Beiden das schwimmende Dorf für einmal im Wasser sehen, was bei der letzten Reise im Monat März aufgrund des tiefen Pegels des Tonle Sap Sees nicht mehr möglich war, und zum anderen durften sie meinen langjährigen Wegbegleiter Pich und seine Familie in Siem Reap kennenlernen, welcher sich beim letzten Mal durch einen Aushilfsfahrer vertreten lassen musste.

Ein emotionaler Moment war uns gewiss, als wir beim Besuch des Kinderspitals von Dr. Beat Richner zufällig auf den heutigen Direktor Prof. Dr. med. Chantana und seinen Vizedirektor stiessen. Er erkannte mich von früheren Besuchen und liess es sich nicht nehmen, uns das Spital in einer privaten Führung zu zeigen. Ein besonderer Moment, den unsere Reisende wohl nicht so schnell vergessen werden.

Nicht weniger eindrücklich verlief unsere Teilnahme an einer öffentlichen Gebetszeremonie von 487 Mönchen, dies zugunsten der durch den unnötigen militärischen Grenzkonflikt mit Thailand leidenden Bevölkerung.

Das eigentliche Ziel, den Nordosten des Landes haben wir nun nach einer Woche Reise erreicht. Während andere solche Strecken im Nachtbus zurücklegen oder gar nicht erst bereisen, machen wir seit je her den Weg zum Ziel und Abenteuer.

Unsere Tour führt uns durch die unterschiedlichsten Provinzen des Landes und liess uns an Orten wie Kampong Cham, Kratie und nun in Banlung am nördlichsten Punkt der Reise jeweils ein paar Tage Halt machen. Ausreichend Zeit, die schönen Landschaften zu geniessen, Menschen zu treffen und an ihrem Leben teil zu haben.

Dass dabei manchmal auch etwas umständlichere Wege zu begehen sind, gehört dazu. Und auch ein saisonbedingter Wolkenbruch mag da das Erlebnis kaum trüben, sondern macht es erst recht zum Abenteuer. 

Entlang der Gewässer gereist, galt es einige Strecken auf diesen zurückzulegen, und wenn es dann gar keine Fahrzeuge mehr gab, konnte ein Drahtesel das Vorwärtskommen sichern. Ohne Gänge und schlechte Bremsen blieb ausreichend Zeit, die Gegend zu erkunden.

Viele kurze Bekanntschaften säumten bislang unseren Weg. Mit etwas Mut gehörten auch tierische dazu, und weitere werden mit Bestimmtheit noch folgen.  

Nun geniessen wir also seit Freitag ein wenig Dschungelfeeling in einer schön angelegten einfachen Lodge in der Provinz Ratanakiri. An die plötzlich kühleren Temperaturen und besondere Geräuschkulisse in der Nacht sind wir uns noch etwas am Gewöhnen. 

Munter und zufrieden können wir bestätigen, der Hunger auf Erlebnisse ist noch nicht gestillt.