Wenn Regen lächelt

Nach wie vor nehme einen Aufenthalt in Siem Reap gerne zum Anlass, unseren Reisenden mit einem Besuch des Kinderspitals das Schaffen von Dr. Beat Richner, auch genannt Beatocello, näher zu bringen. Seit seinem Tod im Jahr 2018 wurde im Eingangsbereich eine Ausstellung hergerichtet, welche die Geschichte der Kantha Bopha Spitäler eindrücklich aufzeigt. Dies in unmittelbarer Nähe zur Beat Richners letzten Ruhestätte und auch dem Ort, wo er zu Lebzeiten in den Abendstunden immer sass und nach getaner Arbeit eine Cigarre rauchte. Zu gut kann ich mich noch an meine Zusammentreffen mit ihm erinnern.

Auf der aktuellen Rundreise begleitete uns veränderliches Wetter. Entschädigt wurden wir dafür mit gemässigten Temperaturen und durch eine saftig grüne Landschaft. Für einmal lagen die Felder zum Ende der Regenzeit noch vielerorts im Wasser. Dies beste Voraussetzungen nicht nur für den Reisanbau sondern auch für den Anbau der Lotuspflanze. Besonders schön zu erkennen in der Gegend von Siem Reap. Will man da so nah dran, wie KamboCello dies plant, so merkt man spätestens dann, warum auf Reisen in dieser Zeit ein etwas höheres und stabileres Schuhwerk dienlich sein kann. Im Morast sind wir zwar nicht versunken, Ausrutscher hatten wir knapp auch vermieden aber zumindest nasse Socken und längeres Schuheputzen waren angesagt. Die Einheimischen haben es da einfacher, diese bewegen sich auch in solchen Momenten ohnehin barfuss oder in Zehenschlappen.

Stehe ich und mein Fahrer morgens in der Früh nach 4 Uhr weit und breit alleine auf der Strassse, dann ist dies nicht einfach die pure Lust am Aufstehen, sondern unser kambodschanischer Morgenstreich steht auf dem Programm. Spätestens wenn wir es mit unseren Gästen nach einer 30minütigen Fahrt in der grossflächigen Tempelanlage von Angkor Wat gemütlich gemacht haben, sind wir alle wach und es steigt die Vorfreude und Spannung auf das was in Kürze kommen mag.

Genügend Zeit nun für den Verzehr unseres mitgebrachten Frühstücks, zu welchem wir uns von Angkor Mary eine Tasse Tee oder Kaffee servieren lassen. Die Blicke sind ab sofort auf die Tempeltürme gerichtet, welche in Kürze aus der dunklen Nacht erscheinen werden. In der Vorahnung, dass sich vermutlich heute kaum die Sonne blicken lässt, lässt uns den Tagesanbruch mit fast noch etwas mehr Spannung erwarten als sonst.

Und so feiere ich nun also mit meinen Gästen auf dieser Reise meine Premiere in all den Jahren Angkor Wat: Keine Sonne, dafür gelegentlicher Regen. Schon fast etwas feierlich durfte ich mir nun erstmals in Angkor den Regenschutz überziehen.

Der Regen hielt sich auch an diesem Tag meistens an unseren Zeitplan und liess uns die verschiedenen Tempel weitgehend trocken erkunden. Die frühe Reisezeit, verbunden mit den unsicheren Wetterverhältnissen, trug sicher dazu bei, dass wir das Reich Angkor für einmal nur mit wenigen anderen Besuchern zu teilen hatten, was uns natürlich alles andere als unangenehm war. Die üblichen Fotoshootings schienen auch davon zu profitieren.

In der Zwischenzeit beendeten wir unsere Rundreise. Es waren tolle und erlebnisreiche 10 Reisetage die wir mit unseren beiden Gästen erleben durften. Viel zu schnell ging die Zeit vorüber. Wir bedanken uns bei Irène und Sandrina, dass sie unsere Gäste waren und für einen erfolgreichen Saisonauftakt sorgten.